Das Wort zur Stechmücke

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Ich bin die Stechfliege, die Gott in diese Stadt gesetzt hat, und den ganzen Tag lang und an allen Stellen wecke ich euch auf; überrede euch und mache euch Vorwürfe. Ihr werdet nicht so bald einen anderen finden wie mich, und daher rate ich euch, mich zu schonen. Wenn ihr nach mir schlagt und mich vorschnell tötet, dann werdet ihr für den Rest eures Lebens schlafen, außer wenn Gott in seiner Weisheit euch eine andere Stechmücke schickt. — Sokrates

! Bitte mehr Biss !

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Das Wort zum Dichter: Es werde Licht!

Der Dichter tritt in einen dunklen Raum, mit einer Fackel in der Hand, und macht seit eh und je dagewesene, aber unsichtbare Dinge sichtbar.

Zenta Maurina

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Jeder große Geist wirkt wie eine Fackel, ein Scheinwerfer (in der Nacht, denn das Allgemeine ist Nacht); einige nun sind Scheinwerfer, die den Orkus beleuchten; und die dienen der Menschheit auch. (Wie, wo ein Loch oder ein Trümmerhaufen sich findet auf dem Fahrweg, nachts eine Laterne steht; – die grausigen Gebirgsklüfte beleuchten, wo es unwegsam und unfruchtbar ist.)

Ludwig Hohl

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500 weise Worte wirken weiter

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Ich finde, fremde, kluge Gedanken weitergeben und weiterverwenden besser als eigene törichte zu produzieren, wie es das Feuilletonisten-Geschmeiß im allgemeinen macht.

Gottfried Benn

Nach extremen Schwierigkeiten, meine Eisbrecher-Bibliothek vom englischen auf das deutsche WordPress umzustellen, kann ich mich jetzt erfreulicherweise wieder mehr dem Geist und Gehalt als den Bits und Bytes widmen. Es ist keine zwei Wochen her, da feierten wir das 400er-Jubiläum, und heute gibt es bereits von 500 weisen Worten in der Eisbrecher-Bibliothek zu berichten. Bleibt nur zu hoffen, daß meine Mühe nicht vergebens ist und die Worte nicht folgenlos bleiben.

Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist. Nur im vorbereiteten Herzen kann ein neuer Gedanke Wurzel fassen und groß werden. Sich vorbereiten, sich zubereiten, den Acker lockern für das beste Korn, ist alles.

Christian Morgenstern

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200 Links im WebKompass: Projekt Gutenberg

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Projekt Gutenberg @ WebKompass

Ich feiere wieder ein Jubiläum – feiern Sie mit! Soeben habe ich nämlich den 200. Link im WebKompass veröffentlicht: das Projekt Gutenberg. Zum Ruhm und zur Ehre der Literatur, die ganz wesentlich zur Entwicklung meiner Persönlichkeit beigetragen hat und ohne die ich heute nicht der wäre, der ich bin.

Je mehr ich las, um so enger wurden meine Beziehungen zur Welt, um so leuchtender und bedeutsamer wurde für mich das Leben. Jedes Buch war wie eine kleine Sprosse, über die ich vom Tier zum Menschen aufstieg.

Maxim Gorki

Das Projekt Gutenberg ist eine Online-Bibliothek mit digitalisierten Texten von Autoren, die 70 Jahre tot sind. Das Copyright auf ihre Werke ist somit erloschen, womit die Texte Public Domain sind und der Gesellschaft gehören. Kein oder wenig Geld zu haben ist also keine Entschuldigung dafür, nicht zu lesen. Hier ein paar Lesehäppchen als Appetitanreger:

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Das Wort zum Wort

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Das Wort zum Wort

Nie zu vergessen, in welchem Maße Worte kostbare Dinge sind, die einmal aufgehen wie Samen; die behalten – man kann sie doch wie materiell behalten, im Gedächtnis – ihre Zeit abwarten zu größter Aktion, strahlend erwachen in Kraft nach Jahren.

Ludwig Hohl

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Das Wort zur Bibliothek

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Das Wort zur Bibliothek

Bedenke, was du an einer kleinen, aber auserlesenen Bibliothek hast! Eine Gesellschaft der weisesten, geistreichsten und fortgeschrittensten Menschen, die man sich aus allen Ländern und Zeiten, aus allen Kulturen auswählen konnte, hat hier die Ergebnisse ihrer Weisheit wohlgeordnet vor uns ausgebreitet. Sie, die Menschen selbst, lebten zurückgezogen, einsam, vielleicht unwillig über jede Störung von außen; aber ihre Gedanken, die sie nicht einmal ihren besten Freunden enthüllen mochten, stehen vor uns in leuchtenden Worten – vor uns, den Fremdlingen eines anderen Zeitalters.

Ralph Waldo Emerson

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400 weise Worte wirken weiter

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Im Grunde fängt mit jedem Tag ein neues Leben an.

Wilhelm Humboldt

Die Eisbrecher-Bibliothek feiert Jubiläum – feiern Sie mit! Soeben habe ich in der Eisbrecher-Bibliothek nämlich den 400. Text publiziert. Er erinnert Sie an den immensen Wert des Tages, der von viel zu vielen viel zu sehr unterschätzt und damit verloren wird. Dabei ist er der einzig praktisch brauchbare Baustein des Lebens. Die Sekunde, die Minute und die Stunde sind zu kurz, zu schnell und zu flüchtig, um damit etwas Vernünftiges, Brauchbares und Dauerhaftes anfangen zu können. Aber der Tag dauert lange 24 Stunden, die einem keineswegs wie ein glitschiger Fisch durch die Finger gleiten. Ein Tag läßt sich bearbeiten wie ein Rohling, wie ein Werkstück, wie ein Kunstwerk. Feiern Sie also mit mir und im Geiste des „Eisbrechers“ und der Eisbrecher-Bibliothek (nicht nur) den heutigen Tag. Mögen Ihnen die Tage und mit ihnen das Leben gelingen!

Jeder Tag ist ein Baustein
für die Ruine oder Kathedrale meines Lebens.

Rudi Lehnert

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Robert Walser – Der „Freiheitsbummler“

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Warum dürfen Liebe und Freundschaft
nicht unsterblich sein wie die Sonne?
Robert Walser

Robert Walser gehört seit jeher zu meinen großen literarischen Leidenschaften. Ich hoffe, ich kann vor meinem Tod noch alles von ihm lesen. Sie kennen den Martin Walser, aber von einem Robert Walser haben Sie noch nie gehört? Das läßt sich sofort ändern:

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Das Wort zum Buch

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Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns

Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.

Franz Kafka an Oskar Pollak, 1904

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Welttag des Buches

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Lest nicht, wie die Kinder, zum Vergnügen,
noch wie die Streber, um zu lernen,
nein, lest, um zu leben!
Gustave Flaubert

Haben Sie schon mal vom „Welttag des Buches“ gehört? Er findet jedes Jahr am 23. April statt. Also heute. Warum heute? Weil die Weltkulturorganisation UNESCO sich 1995 für diesen Tag als internationalen Feiertag des Buches entschied. Am 23. April werden in Katalonien traditionell zur Feier des Heiligen Georg den Frauen Rosen und den Männern Bücher geschenkt. Zurück geht diese Tradition auf die Legende von Sant Jordi, einem Ritter, der einen Drachen erschlug, um eine Prinzessin zu retten. Aus dem Blut des Drachen erblühte eine Rose, die Sant Jordi dann der Prinzessin gab. Im Gegenzug schenkte sie ihm ein Buch. Seit 1926 ist der 23. April somit der „Tag des Buches“ in Spanien. Der Brauch an sich lässt sich jedoch bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Die UN-Organisation für Kultur und Bildung knüpft mit ihrer Wahl an diesen katalanischen Feiertag an. Darüber hinaus markiert der 23. April den Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

Zur Vertiefung

Zum Lob des Buches

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