Begegnung der sektiererischen Art

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Begegnung der sektiererischen Art

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Bob Dylan – Everything Is Broken

Ich mußte raus, da mich die Trauer um meine Familie wieder mal einholte und absolut arbeitsunfähig machte. Der Gedanke, daß ich all die Menschen, die mir der Tod in kürzester Zeit blitzschnell entriss, nie mehr wiedersehe, läßt mich immer wieder vor Entsetzen erstarren. Dieser Gedanke ist einfach zu groß und ich bin zu klein. David und Goliath. David hat gewonnen, okay, aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Der Ausgang dieses ungleichen Kampfes ist immer wieder ungewiß. Ich gehe dann spazieren, falls ich das noch schaffe (manchmal schaffe ich es nur noch bis ins Bett, wo ich dann in einem Meer von Tränen, Blues und Whisky absaufe), höre todtraurigen Bluesern und Losern zu, hänge meinen melancholischen Gedanken und Gefühlen nach und sehe sehnsüchtig den Wolken beim Ziehen zu – ob es da, wo sie hin wollen, wohl wärmer und friedlicher ist?

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Frohes Fest – Happy Holidays – Joyeux Noël – Wesolych Swiat

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! Frohes Fest ! Happy Holidays ! Joyeux Noël ! Wesolych Swiat !

Ich wünsche allen Freunden des Eisbrecher.Net(zwerks) ein frohes und friedliches Fest im Kreise Ihrer Lieben! Gleich sechs meiner Lieben wurden in den letzten beiden Jahren vom Serienkiller Tod erbarmungslos hingerichtet. Mit dem Gedanken und Gefühl, sie alle nie mehr wiederzusehen, komme ich bis heute kaum klar. Zu „feiern“ gibt es für mich daher schon lange nichts mehr, ich freue mich allerdings immer wieder riesig über jeden Tag, an dem ich mit gewohnter Eisbrecher-Power denken und arbeiten und mich und andere weiterentwickeln kann.

Nur im Willen zur Verwandlung ist das Leben. Leben ist Arbeiten. Arbeiten ist ein Inneres in ein Außen bringen. Dieses Innere verwandelt notwendigerweise immer dieses Außen.

Ludwig Hohl

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2. Todestag meines Vaters

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Meine Eltern im April 2004

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Tindersticks – Dying Slowly

Hier habe ich meine Eltern im April 2004 vor ihrem Haus fotografiert. Da wußte ich noch nicht, daß mein Vater nur noch achtzehn Monate und meine Mutter nur noch zwei Jahre leben durften. Hätte ich’s gewußt, hätte das etwas geändert? Ja und nein. Nein, weil ich mich ihnen gegenüber nicht anders verhalten hätte, ich habe beide geliebt und geehrt und bin respektvoll mit ihnen umgegangen. Ja, weil ich dann schon zwei Jahre früher ans Kreuz geschlagen worden wäre und zwei Jahre länger Schmerzen hätte aushalten müssen, denen ich mich bis heute kaum gewachsen fühle.

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Welttag der Seelischen Gesundheit am 10.Oktober

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Screensaver Mut- & Muntermacher

Am 10. Oktober, also heute, wird der Welttag der Seelischen Gesundheit „gefeiert“. Oder sollte man lieber „begangen“ sagen? Denn was gibt es daran schon viel zu feiern, wenn die seelische Gesundheit allenthalben zu Grabe getragen wird? Das ist dann doch wohl eher ein Anlaß zur Trauer. Also legen wir besser eine Schweigeminute ein. Oder besser noch eine Schweigestunde. Eine Stunde der Besinnung über den Sinn und Zweck des Lebens.

Was erringen wir eigentlich Größeres und Schöneres, als uns zu veredeln und andre um uns her? Was ist aller Menschen Zweck? Alle dienen der einzigen Göttin, der Erhöhung des Menschengeschlechts, dem Wachstum menschlicher Kraft und menschlichen Genießens.

Wilhelm Humboldt

Zu wissen, zu ahnen und zu träumen, wie der Mensch leben könnte, und zu sehen, wie er tatsächlich „lebt“, wie er sein Leben Tag für Tag in den Sand setzt und in Zeitlupe den Tod vor dem Tod stirbt, ist für mich als Humanist und Psychologe eine grauenhafte Tortur. Es grenzt an ein Wunder, daß mich das selbst noch nicht krank gemacht hat.

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900 weise Worte wirken weiter

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Das Grab meiner Eltern

Ihr seid, was wir waren – Ihr werdet, was wir sind.
Friedhof-Inschrift

Das Leben am Abgrund stürzt mich immer wieder ins tiefe Tal der Tränen und der Trauer um sechs geliebte Menschen, die ich alle innerhalb von nur 18 Monaten verloren habe. Horror pur im 90-Tage-Takt. Immer wieder sprachlos und gelähmt angesichts des Todes, der alles in Frage stellt, woran man glaubt, und alles vernichtet, was man so mühsam erschaffen hat. Sobald ich meine Stimme wiedergefunden habe und meine Hände zu neuem Leben erwachen, nehme ich die Arbeit an meinem Leben und an meinen Blogs wieder auf. So habe ich jetzt trotz aller Krisen und Rückschläge in der Eisbrecher-Bibliothek die 900er-Marke überschritten. Worauf ich schon ein wenig stolz bin. Und wenn mich der Tod nicht vorher kalt erwischt, werde ich demnächst wohl auch die 1000 voll machen …

Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein.

Mark Twain

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Leben am Abgrund

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Leichte Sorgen reden, große schweigen.
Seneca

Bonnie Prince Billy – Hard Life

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Es ist exakt vier Wochen her, daß ich hier das letzte Mal meine Stimme erhob. Das war am 2. Todestag meiner Tante. Danach verstummte ich. Unendliche Trauer und grenzenloser Schmerz schnürten mir wieder mal die Kehle zu. Das Leben als Gratwanderung. Links droht der Absturz in den Tod vor dem Tod, rechts der Absturz in den endgültigen Tod. Dazwischen ein hauchdünner Grat, das Leben als Drahtseilakt in schwindelerregenden Höhen, ohne Netz und doppelten Boden.

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Frage zur Lage: Was hast du in dieser Welt zu suchen?

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Beim Aufstehen hatte ich den Kopf voller Pläne, überzeugt, daß ich den ganzen Vormittag arbeiten würde. Kaum hatte ich mich an meinen Tisch gesetzt, als die hassenswerte, erniedrigende, zwingende Litanei „Was hast du in dieser Welt zu suchen?“ meinen Schwung schroff abbrach. Und wie gewöhnlich kehrte ich in mein Bett zurück, in der Hoffnung, eine Antwort zu finden oder wenigstens wieder einzuschlafen.

Emile Cioran

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Im Nebel

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Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

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