Mein Freund Kuno ist tot

Kuno Bärenbold 7.7.1946 – 6.5.2008

„Wissen, was zwischen Menschen möglich ist
– und nicht geschieht, macht traurig.“
Kuno Bärenbold

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Willie Nelson – He Was A Friend of Mine

Mein Freund Kuno ist tot. Über drei Jahrzehnte hinweg war er mein bester Freund. Als Mensch habe ich ihn im Knast kennen gelernt, als Freund und Psychologe habe ich ihn nach dem Gefängnis begleitet, und als Verleger habe ich in dieser Zeit fünf Bücher mit ihm realisiert. Es war einmal. Aber ein Märchen ist das nicht, es ist ein Alptraum: in nur drei Jahren hat der Heckenschütze Tod aus dem feigen Hinterhalt gleich sieben meiner Liebsten zielsicher ins Jenseits befördert.

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Verzweiflung, Verfall & Verwesung

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Johnny Cash – God’s Gonna Cut You Down

blog-O-rama hat über 1.000 Abonnenten habe ich mich vor gut zwei Wochen hier noch gefreut. Danach begann wieder mal der Niedergang, wie ich ihn auch schon in Schweigen & Schreiben beschrieben habe, und wieder mal beherrschten Verzweiflung, Verfall & Verwesung mein „Leben“ oder besser das, was davon noch übrig ist, nachdem Scharfschütze Tod es ins Visier nahm und die Menschen um mich herum wie Karnickel abknallte. Zweifel an allem, was ich mache und schaffe, Zweifel am Sinn des Leben, Verzweiflung über den übermächtigen Tod, der einfach alles wieder zunichte macht, was wir Menschen so mühsam aufbauen. Wozu noch irgendetwas tun, wenn doch alles dem Tod geweiht ist, wozu sich noch an irgendjemanden binden, wenn man sich doch von jedem wieder trennen muß? In nur achtzehn Monaten hat der Serienkiller Tod mir gleich sechs geliebte Menschen für immer entrissen.

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Infinite Jigsaw Puzzle heute geschenkt

Giveaway of the Day

Spiele sind bekanntlich nicht so meine Sache, aber Puzzles mag ich. Sie erinnern mich an das große Puzzle des Lebens, bei dem man die einzelnen Tage auch so zusammensetzen muß, daß das Ganze einen Sinn ergibt:

Jeder Tag ist ein Baustein
für die Ruine oder Kathedrale meines Lebens.

Rudi Lehnert

Ich habe übrigens selbst auch schon schon einige Puzzles kreiert, die Sie hier kostenlos runterladen können. Wenn Sie mehr davon wollen, dann sollten Sie jetzt schleunigst Giveaway of the Day besuchen: da kriegen Sie heute nämlich Infinite Jigsaw Puzzle geschenkt, das bei Alawar Games morgen schon wieder 15 Euro kostet. Wer blog-O-rama heute also verpaßt hat, hat morgen leider 15 Euro weniger im Sack oder ein nettes Spiel weniger auf der Platte. Qual der Wahl. Damit das Loch im Beutel nicht zu groß wird, sollten Sie meinen RSS-Feed abonnieren.

Spiel & Spass @ WebKompass

Schweigen & Schreiben

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Schweigen & Schreiben

Es ist zwei Wochen her, daß ich hier den letzten Beitrag Kamine & Krematorien veröffentlichte. Danach versank ich wieder mal in Schweigen. Trauer und Tränen versiegelten mir Lippen und Augen. Jedes Wort sinnlos, jede Tat sinnlos, weil ohnehin alles unaufhaltbar in den Abgrund des Todes driftet. Macht es da einen Unterschied, ob ich hier eines Satz schreibe oder ihn schweige? Der Allesfresser Tod frißt geschriebene wie geschwiegene Sätze, ist ihm einerlei, ihm schmeckt alles, selbst die letzten in Stein gemeißelten Worte nagt er letztlich aus unseren Grabsteinen. Und was bleibt dann noch von uns übrig? Absolut nichts.

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Kamine & Krematorien

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Kamine & Krematorien

! Ticket to Heaven – Highway to Hell ?

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Dire Straits – Ticket To Heaven

Viele fragen mich, wie man in einer so düsteren Welt wie meiner überhaupt leben geschweige denn überleben kann.

  • Punkt 1: Ich habe mir mich nicht ausgesucht: Ich wurde in mich und damit in eine extrem sensible Existenz hineingeboren, die ich allerdings seit jeher heiß liebe und gegen alle Angriffe von außen erbittert verteidige, weshalb es anderen auch absolut unmöglich ist, diese Festung zu zerstören.
  • Punkt 2: Ich habe mir diese Welt nicht ausgesucht, sie wurde mir vom Serienkiller Tod aufgezwungen, gegen den ich als Tod vor dem Tod allerdings immer schon entschlossen ins Feld gezogen bin. Er hat also auch weiterhin mit mir und damit auch damit zu rechnen, daß ich ihm auch künftig potentielle „Klienten“ abspenstig machen werde.
  • Punkt 3: So düster, wie es von außen scheinen mag, ist meine Welt gar nicht. Ich habe nach wie vor starke Verbündete und strahlende Lichtbringer. Nur sind sie fast alle tot. Für andere. Für mich jedoch sind sie alle höchst lebendig und äußerst hilfreich. Sie nehmen mich jederzeit helfend an der Hand, wenn ich mich in dem unendlichen Labyrinth dieses viel zu oft völlig undurchschaubaren Lebens wieder mal hoffnungslos verirrt habe. Und sie sprechen und singen Tag und Nacht zu mir, wenn ich das will – von welchem (lebenden) Menschen kann man das schon sagen – oder gar erwarten?

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Begegnung der sektiererischen Art

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Begegnung der sektiererischen Art

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Bob Dylan – Everything Is Broken

Ich mußte raus, da mich die Trauer um meine Familie wieder mal einholte und absolut arbeitsunfähig machte. Der Gedanke, daß ich all die Menschen, die mir der Tod in kürzester Zeit blitzschnell entriss, nie mehr wiedersehe, läßt mich immer wieder vor Entsetzen erstarren. Dieser Gedanke ist einfach zu groß und ich bin zu klein. David und Goliath. David hat gewonnen, okay, aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Der Ausgang dieses ungleichen Kampfes ist immer wieder ungewiß. Ich gehe dann spazieren, falls ich das noch schaffe (manchmal schaffe ich es nur noch bis ins Bett, wo ich dann in einem Meer von Tränen, Blues und Whisky absaufe), höre todtraurigen Bluesern und Losern zu, hänge meinen melancholischen Gedanken und Gefühlen nach und sehe sehnsüchtig den Wolken beim Ziehen zu – ob es da, wo sie hin wollen, wohl wärmer und friedlicher ist?

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Frohes Fest – Happy Holidays – Joyeux Noël – Wesolych Swiat

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! Frohes Fest ! Happy Holidays ! Joyeux Noël ! Wesolych Swiat !

Ich wünsche allen Freunden des Eisbrecher.Net(zwerks) ein frohes und friedliches Fest im Kreise Ihrer Lieben! Gleich sechs meiner Lieben wurden in den letzten beiden Jahren vom Serienkiller Tod erbarmungslos hingerichtet. Mit dem Gedanken und Gefühl, sie alle nie mehr wiederzusehen, komme ich bis heute kaum klar. Zu „feiern“ gibt es für mich daher schon lange nichts mehr, ich freue mich allerdings immer wieder riesig über jeden Tag, an dem ich mit gewohnter Eisbrecher-Power denken und arbeiten und mich und andere weiterentwickeln kann.

Nur im Willen zur Verwandlung ist das Leben. Leben ist Arbeiten. Arbeiten ist ein Inneres in ein Außen bringen. Dieses Innere verwandelt notwendigerweise immer dieses Außen.

Ludwig Hohl

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2. Todestag meines Vaters

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Meine Eltern im April 2004

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Tindersticks – Dying Slowly

Hier habe ich meine Eltern im April 2004 vor ihrem Haus fotografiert. Da wußte ich noch nicht, daß mein Vater nur noch achtzehn Monate und meine Mutter nur noch zwei Jahre leben durften. Hätte ich’s gewußt, hätte das etwas geändert? Ja und nein. Nein, weil ich mich ihnen gegenüber nicht anders verhalten hätte, ich habe beide geliebt und geehrt und bin respektvoll mit ihnen umgegangen. Ja, weil ich dann schon zwei Jahre früher ans Kreuz geschlagen worden wäre und zwei Jahre länger Schmerzen hätte aushalten müssen, denen ich mich bis heute kaum gewachsen fühle.

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Welttag der Seelischen Gesundheit am 10.Oktober

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Screensaver Mut- & Muntermacher

Am 10. Oktober, also heute, wird der Welttag der Seelischen Gesundheit „gefeiert“. Oder sollte man lieber „begangen“ sagen? Denn was gibt es daran schon viel zu feiern, wenn die seelische Gesundheit allenthalben zu Grabe getragen wird? Das ist dann doch wohl eher ein Anlaß zur Trauer. Also legen wir besser eine Schweigeminute ein. Oder besser noch eine Schweigestunde. Eine Stunde der Besinnung über den Sinn und Zweck des Lebens.

Was erringen wir eigentlich Größeres und Schöneres, als uns zu veredeln und andre um uns her? Was ist aller Menschen Zweck? Alle dienen der einzigen Göttin, der Erhöhung des Menschengeschlechts, dem Wachstum menschlicher Kraft und menschlichen Genießens.

Wilhelm Humboldt

Zu wissen, zu ahnen und zu träumen, wie der Mensch leben könnte, und zu sehen, wie er tatsächlich „lebt“, wie er sein Leben Tag für Tag in den Sand setzt und in Zeitlupe den Tod vor dem Tod stirbt, ist für mich als Humanist und Psychologe eine grauenhafte Tortur. Es grenzt an ein Wunder, daß mich das selbst noch nicht krank gemacht hat.

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