900 weise Worte wirken weiter

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Das Grab meiner Eltern

Ihr seid, was wir waren – Ihr werdet, was wir sind.
Friedhof-Inschrift

Das Leben am Abgrund stürzt mich immer wieder ins tiefe Tal der Tränen und der Trauer um sechs geliebte Menschen, die ich alle innerhalb von nur 18 Monaten verloren habe. Horror pur im 90-Tage-Takt. Immer wieder sprachlos und gelähmt angesichts des Todes, der alles in Frage stellt, woran man glaubt, und alles vernichtet, was man so mühsam erschaffen hat. Sobald ich meine Stimme wiedergefunden habe und meine Hände zu neuem Leben erwachen, nehme ich die Arbeit an meinem Leben und an meinen Blogs wieder auf. So habe ich jetzt trotz aller Krisen und Rückschläge in der Eisbrecher-Bibliothek die 900er-Marke überschritten. Worauf ich schon ein wenig stolz bin. Und wenn mich der Tod nicht vorher kalt erwischt, werde ich demnächst wohl auch die 1000 voll machen …

Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein.

Mark Twain

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Leben am Abgrund

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Leichte Sorgen reden, große schweigen.
Seneca

Bonnie Prince Billy – Hard Life

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Es ist exakt vier Wochen her, daß ich hier das letzte Mal meine Stimme erhob. Das war am 2. Todestag meiner Tante. Danach verstummte ich. Unendliche Trauer und grenzenloser Schmerz schnürten mir wieder mal die Kehle zu. Das Leben als Gratwanderung. Links droht der Absturz in den Tod vor dem Tod, rechts der Absturz in den endgültigen Tod. Dazwischen ein hauchdünner Grat, das Leben als Drahtseilakt in schwindelerregenden Höhen, ohne Netz und doppelten Boden.

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Frage zur Lage: Was hast du in dieser Welt zu suchen?

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Beim Aufstehen hatte ich den Kopf voller Pläne, überzeugt, daß ich den ganzen Vormittag arbeiten würde. Kaum hatte ich mich an meinen Tisch gesetzt, als die hassenswerte, erniedrigende, zwingende Litanei „Was hast du in dieser Welt zu suchen?“ meinen Schwung schroff abbrach. Und wie gewöhnlich kehrte ich in mein Bett zurück, in der Hoffnung, eine Antwort zu finden oder wenigstens wieder einzuschlafen.

Emile Cioran

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Im Nebel

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Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

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Im Niemandsland zwischen Leben und Tod

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Wir ordnen’s, es zerfällt.
Wir ordnen’s wieder – und zerfallen selbst.

Rainer Maria Rilke

Den letzten Beitrag hier schrieb ich am 11. Oktober, also vor langen acht Wochen. Das hat seine schlechten Gründe: Tod, Tod, Tod, Tod und noch einmal Tod. Tod meiner Tante (sprich zweiter Mutter), Tod meines Vaters, Tod meiner Mutter, Tod meines Rechtsanwalts und Freundes Reiner, Tod meines Vetters Willi. Damit habe ich fünf Tote in nur einem einzigen Jahr begraben. Rein statistisch gesehen, möchte man meinen, ist das unmöglich. Aber wie Toyota weiß und wie uns das Leben lehrt: Nichts ist unmöglich.

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