Welttag der Seelischen Gesundheit am 10.Oktober

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Screensaver Mut- & Muntermacher

Am 10. Oktober, also heute, wird der Welttag der Seelischen Gesundheit „gefeiert“. Oder sollte man lieber „begangen“ sagen? Denn was gibt es daran schon viel zu feiern, wenn die seelische Gesundheit allenthalben zu Grabe getragen wird? Das ist dann doch wohl eher ein Anlaß zur Trauer. Also legen wir besser eine Schweigeminute ein. Oder besser noch eine Schweigestunde. Eine Stunde der Besinnung über den Sinn und Zweck des Lebens.

Was erringen wir eigentlich Größeres und Schöneres, als uns zu veredeln und andre um uns her? Was ist aller Menschen Zweck? Alle dienen der einzigen Göttin, der Erhöhung des Menschengeschlechts, dem Wachstum menschlicher Kraft und menschlichen Genießens.

Wilhelm Humboldt

Zu wissen, zu ahnen und zu träumen, wie der Mensch leben könnte, und zu sehen, wie er tatsächlich „lebt“, wie er sein Leben Tag für Tag in den Sand setzt und in Zeitlupe den Tod vor dem Tod stirbt, ist für mich als Humanist und Psychologe eine grauenhafte Tortur. Es grenzt an ein Wunder, daß mich das selbst noch nicht krank gemacht hat.

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Biss des Tages: essen, trinken, scheißen

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Sechzig Jahre habe ich gelebt, in Wahrheit lebte ich vielleicht sechs Jahre, der Rest, essen, trinken, scheißen, pissen, schlafen, mit Frauen ins Bett gehn, beten, bauen, zeichnen, reisen, Eisenbahn, Flugzeug, Schiff, Verabredungen, die gräßliche Leere, aber sechs Jahre davon, oder vielleicht nur drei habe ich gelebt, war ich da, vergnügt, entzückt, erstaunt, habe gesehn, gehört, bin gegangen, habe geatmet, nachgedacht, vielleicht nur ein Jahr. Ein Jahr wahrhaft gelebt, ist es nicht genug?

Hermann Kesten

! Bitte mehr Biss !

Frage zur Lage: Dürfen Frauen alles lesen?

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Einer Frau die Freiheit lassen, alle Bücher zu lesen, zu denen ihre Geistesanlage sie hinzieht, das heißt einen Funken in eine Pulverkammer werfen. Die Frau, die viel mehr zur Begeisterung geneigt ist als wir, schwebt beim Lesen von Romanen und Dramen in berauschenden Wonnen. Sie schafft sich ein ideales Dasein, neben dem alles andere verblaßt, und gar bald wird sie versuchen, dieses wonnige Leben zur Wirklichkeit zu machen und dessen Zauber auf sich selber anzuwenden. Unwillkürlich gelangt sie vom Geist zum Buchstaben, von der Seele zu den Sinnen.

Honoré de Balzac

Wonniges Lesen & Leben @ Eisbrecher-Bibliothek

1.000 weise Worte wirken weiter

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Leben lernen mit der Eisbrecher-Bibliothek

Ich schließe dieses Kapitel, wie jeder Inder sein Buch anfängt:
Gesegnet sei, wer die Schrift erfand.
Jean Paul

Soeben habe ich in der Eisbrecher-Bibliothek die Tausender-Marke überschritten. Es war ein langer und oft auch beschwerlicher Weg, aber es war auch ein wunderschöner Weg bis hierher. Die Schwierigkeiten ergaben sich vor allem durch die vielen Rückschläge mit WordPress und dessen Interaktion mit den SQL-Servern. Und auch jetzt mit dem Umstieg von WordPress 2.2 auf 2.3 gab es leider wieder Frust fett. Die Arbeit an den Inhalten meiner Blogs dagegen macht mir bis heute irrsinnigen Spaß. Und ich bin sicher, auch Sie haben Ihre Freude daran.

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Frage zur Lage: Gottsucher oder Goldsucher?

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Ich schrieb einmal folgendes: „Der Mensch ist ein ewiger Gottsucher. Was man auch sonst von ihm aussagen wollte, ist sekundär. Denn aus dieser einen Quelle strömt alles, was er tut und unterläßt.“ Der Setzer aber druckte: „Der Mensch ist ein ewiger Goldsucher.“ Dieser Druckfehler war wirklich und wahrhaftig vom Teufel, der nicht nur das Gedruckte regiert, sondern auch das Geschriebene, und nicht nur das Geschriebene, sondern auch die Gehirne derer, die es schreiben, und nicht bloß die Gehirne, sondern auch die Seelen, und nicht bloß die Seelen, sondern die ganze Welt. Kurzum: das Tragische dieses Druckfehlers bestand darin, daß er keiner war.

Egon Friedell

Frage zur Lage: Lebst du auch nur acht Stunden am Tag?

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Viele Leute jammern über die Kürze des Lebens, aber leben sie auch nur acht Stunden im Tage? Was ein Mensch alles bewältigen kann, der an jedem Morgen bei Sonnenaufgang am Schreibtisch, an der Hobelbank, im Geschäft tätig ist, grenzt ans Wunderbare. Wenn ein Schriftsteller nur zwei Seiten täglich zustande brächte, so hätte er im Laufe eines langen Lebens – dem Umfange, nicht dem Genie nach – das gleiche Werk fertiggebracht wie ein Balzac oder ein Voltaire.

André Maurois