Biss des Tages: Der korrumpierte Spießer beherrscht das Feld

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Es ist bekannt, es ist ja alles so enorm bekannt. Fast jeder Mensch vertrottelt folgsam, fast jeder sieht den Inhalt seines Lebens darin, dienstfertiger Statist zu sein in einem ganz und gar vermaledeiten Affenstück, fast jedermann hält seine anerzogene Debilität für Klugheit. Stumpfsinn ist Trumpf, Großsprecherei grassiert, vermischt mit rettungsloser Bravheit. Der korrumpierte Spießer, der samstags Frau und Auto bürstet und sonntags Fußball schaut, beherrscht das Feld.

Markus Werner

! Bitte mehr Biss !

Eisbrecher-Jukebox im neuen iTunes-Design

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Eisbrecher-Jukebox powered by Wimpy Player

Erst vor einem Monat habe ich der Eisbrecher-Jukebox ein neues iPod-Design verpaßt. Die schlichte Eleganz des iPods gefällt auch mir. Aber mit der Funktionalität war es leider nicht weit her, denn die Songtitel wurden im viel zu schmalen Display rechts abgeschnitten. Die Namen der Ordner und Interpreten waren zwar einwandfrei lesbar, aber die Songtitel wurden erbarmungslos kastriert. Man hörte also wunderbare Musik in die Ohren strömen, aber wer nun genau wissen wollte, wie denn diese Songperle heißt, die ihm gerade das Herz betört, schaute in die Röhre bzw. auf kastrierte Songschwänze.

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The Bees – Spielfreude pur

The Bees – Who Cares What The Question Is?

So wie The Bees voller Spielfreude sind, möchte ich nur zu gerne mal wieder voller Lebensfreude sein. Aber ein Leben am Abgrund läßt für Freude kaum Raum. Doch wenn man the Bees hört und sieht, kommt unweigerlich Freude auf, selbst in tiefster Trauer. The Bees als Trauer-Therapie.

Es gibt nur eine Medizin gegen große Sorgen: kleine Freuden.
Karl Heinrich Waggerl

arte Tracks hat „Who Cares What The Question Is?“ kürzlich zum Videoclip der Woche gekürt. Mit Recht. Den Clip habe ich gestern Abend im Fernsehen gesehen und heute sehen Sie ihn in Bluesdiary. Ein Augen- und Ohrenschmaus. Guten Appetit!

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900 weise Worte wirken weiter

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Das Grab meiner Eltern

Ihr seid, was wir waren – Ihr werdet, was wir sind.
Friedhof-Inschrift

Das Leben am Abgrund stürzt mich immer wieder ins tiefe Tal der Tränen und der Trauer um sechs geliebte Menschen, die ich alle innerhalb von nur 18 Monaten verloren habe. Horror pur im 90-Tage-Takt. Immer wieder sprachlos und gelähmt angesichts des Todes, der alles in Frage stellt, woran man glaubt, und alles vernichtet, was man so mühsam erschaffen hat. Sobald ich meine Stimme wiedergefunden habe und meine Hände zu neuem Leben erwachen, nehme ich die Arbeit an meinem Leben und an meinen Blogs wieder auf. So habe ich jetzt trotz aller Krisen und Rückschläge in der Eisbrecher-Bibliothek die 900er-Marke überschritten. Worauf ich schon ein wenig stolz bin. Und wenn mich der Tod nicht vorher kalt erwischt, werde ich demnächst wohl auch die 1000 voll machen …

Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein.

Mark Twain

Leben am Abgrund

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Leichte Sorgen reden, große schweigen.
Seneca

Bonnie Prince Billy – Hard Life

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Es ist exakt vier Wochen her, daß ich hier das letzte Mal meine Stimme erhob. Das war am 2. Todestag meiner Tante. Danach verstummte ich. Unendliche Trauer und grenzenloser Schmerz schnürten mir wieder mal die Kehle zu. Das Leben als Gratwanderung. Links droht der Absturz in den Tod vor dem Tod, rechts der Absturz in den endgültigen Tod. Dazwischen ein hauchdünner Grat, das Leben als Drahtseilakt in schwindelerregenden Höhen, ohne Netz und doppelten Boden.

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Tantes 2. Todestag

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Vorher – Meine Tante – Nachher
(klicken = vergrößern)

Heute ist meine Tante zwei Jahren tot. Körperlich. Ihre Seele lebt in mir weiter. Und meine Tante war sie auch nur auf dem Papier. Sie war meine zweite Mutter. Nicht weil ich eine Rabenmutter gehabt hätte, sondern weil meine Mutter nach dem Krieg hart arbeiten mußte, um die Familie durchzubringen. Also war ich oft und gerne bei meiner Tante, der Schwester meiner Mutter, und meinen Großeltern mütterlicherseits. Allesamt feine und großartige Menschen, wie man sie auf dieser Welt leider viel zu selten antrifft. Sie haben mir u.a. beigebracht, was Liebe ist: allgegenwärtig und bedingungslos. Sie sind alle tot – und leben in mir weiter.

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Frage zur Lage: Wie lebst du deinen Bindestrich?

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– Das Grab meiner Tante, die morgen zwei Jahre tot ist –

Unter dem Titel Blog Challenge: Blog Your Dash bringt die WordPress-Expertin und exzellente Bloggerin Lorelle VanFossen dieses anonyme Zitat:

Everyone’s tombstone will have two dates separated by a dash. That little dash is your time on this planet measured against eternity. How do you plan to live out that dash?

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