Lesenswert : Geldgeschichten 4

Geldgeschichten 4

Die einen werfen Ausgaben von 1.000 Euro aus der Bahn, andere nehmen mit 380 Millionen locker und entspannt die Kurve. Geld: Alle brauchen es, vielen fehlt es. Die einen haben viel zuviel davon, andere sind am Verhungern. Wenige leben im Himmel des Reichtums, viele „leben“ in der Hölle der Armut. Höchste Zeit, das zu ändern. Das sehen selbst Milliardäre wie der Investor Nick Hanauer ein: „Man wird uns mit Mistgabeln jagen“, warnt er seine Milliardärskollegen, das rechte Maß nicht zu überziehen.

Friede den Hütten! Krieg den Palästen!
Georg Büchner

Sundar Pinchai – Google CEO

Die Geschäfte von Google gedeihen dank des florierenden Werbegeschäfts prächtig. Auch der Aktienkurs steigt seit Jahren. Google-Chef Pichai wird dafür fürstlich belohnt. Zahltag für den Google-Chef: Sundar Pichai bekommt am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Bloomberg als Belohnung für seine Arbeit mehr als 350.000 Aktien übertragen. Das Aktienpaket hat einen Wert von rund 380 Millionen Dollar. Es ist einer der höchsten Auszahlungen für einen Spitzenmanager in den vergangenen Jahren. – FAZ

Hat Sundar Pinchai diese Leistung etwa alleine vollbracht? Gewiß nicht. Also wäre es doch gerecht, die 380 Millionen auf mehrerer Köpfe zu verteilen. Gerecht schon, doch seit wann leben wir in einer gerechten Welt?

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Zum Reichtum führen viele Wege.
Und die meisten sind schmutzig. – Cicero

Unter Donald Trump werden Amerikas Reiche noch reicher. Das Tax Policy Center, eine liberale Denkfabrik, hat ausgerechnet, dass 80 Prozent der Steuersenkungen Amerikanern mit Einkommen von über einer Million Dollar zugutekommen. Dazu kommt, dass manche Vermögende nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Geld.

Während knapp die Hälfte der Amerikaner laut einer Umfrage der US-Notenbank im Notfall nicht einmal 400 Dollar in bar aufbringen können, haben die Superreichen seit der Finanzkrise ordentlich zugelegt. Laut dem Global Wealth Report der Credit Suisse vom November haben die weltweiten Vermögen inzwischen 280 Billionen Dollar erreicht. Das sind 27 Prozent mehr als vor zehn Jahren.

64.000 New Yorker schlafen jede Nacht in einem der Obdachlosenheime, knapp zwei Drittel davon sind Familien mit Kindern. Trumps Steuergeschenke an den Geldadel werden diese Entwicklungen beschleunigen: Weil dem Staat künftig Einnahmen fehlen, werden Kürzungen bei Sozialausgaben, der staatlichen Gesundheitsvorsorge und der Rente unausweichlich sein. – ZEIT

Des Teufels Netzwerk in der Welt
hat nur den einen Namen – „Geld“.
Hugo von Hofmannsthal

Joe Cocker – You Don’t Need A Million Dollars – R.I.P.

Es muss bloß das Auto oder die Waschmaschine kaputtgehen, und etwa jeder dritte Deutsche stößt an seine finanziellen Grenzen. Materielle Not zieht sich nach offiziellen Zahlen weit durch die Gesellschaft. Fast jeder Dritte Deutsche kommt durch ungeplante Ausgaben in Bedrängnis. Nach Daten des Statistischen Bundesamts konnten sich im Jahr 2016 gut 31 Prozent der Bundesbürger im Alter von 16 Jahren oder älter keine unerwarteten Ausgaben in Höhe von 985 Euro leisten. Das waren 21,3 Millionen Menschen, wie aus den Daten weiter hervorgeht. Der Geldbetrag entspricht dem seinerzeit statistisch maßgeblichen Schwellenwert bei der Armutsgefährdung in Deutschland.

Fast 4,9 Millionen Personen mussten darüber hinaus wegen ihrer bescheiden materiellen Lage beim Essen sparen. Sie konnten sich allenfalls nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten.

12,8 Millionen Bundesbürger sahen sich nicht in der Lage, einen einwöchigen Urlaub außerhalb ihres Zuhauses zu finanzieren. Das war fast jede fünfte Person im Alter ab 16 Jahren. Kommen mehrere Probleme dieser Art in einem Haushalt zusammen, sprechen die Statistiker von „erheblichen materiellen Entbehrungen“. – FAZ

Die Gesellschaft besteht aus zwei großen Klassen: die einen haben Mahlzeiten, größer als ihr Appetit, die anderen haben Appetit, größer als ihre Mahlzeiten. – Nicolas Chamfort

Tom Rush – I Don’t Want Your Millions Mister

Wie weit sich die Geldelite vom Rest der Welt entfernt hat, zeigt sich kaum irgendwo bildhafter als am Südrand des Park, den sein Schöpfer Frederick Law Olmsted einst als „demokratischen Ausdruck von höchster Bedeutung“ entwarf. Heute erhebt sich dort eine Hochhaussteilwand, unter New Yorks Normalverdienern besser bekannt als Billionaires Row, die Straße der Milliardäre. Mit 90 Stockwerken ragt das Hochhaus One57 wie ein Mittelfinger aus Stahl und Glas über die umstehenden Hochhäuser. So gewaltig ist der 2013 fertiggestellte Bau, dass er im Winterhalbjahr die Mittagssonne blockiert und die Schaukeln des Spielplatzes dahinter im Schatten versenkt. Dank des Turms, von Architekturkritikern als „lidschattenfarbener Klotz“ verspottet, wird es für die Kinder im Winter dort 90 Minuten früher dunkel. Proteste einer Bürgerinitiative gegen den Bau verhallten.

One57 ist typisch für den Immobilienboom nach der Krise. Zu den frühen Käufern gehörte der Hedgefondsmanager Bill Ackman, der mit anderen Investoren zusammen „zum Spaß“ eine der Einheiten für 90 Millionen Dollar erwarb. Der Plan sei, die Wohnung mit einem gläsernen Wintergarten später einmal für das Fünffache loszuschlagen, vertraute er damals dem Magazin Vanity Fair an. Eine chinesische Geschäftsfrau kaufte in dem Gebäude eine Bleibe für die Tochter. Die war zu dem Zeitpunkt zwar erst zwei Jahre alt, doch wie ihre Mutter dem Makler erklärte, wolle sie schon einmal eine Studentenbude haben, wenn die Kleine später zur Eliteuniversität Harvard pendelt. – ZEIT

Wo großer Reichtum ist, muß notwendigerweise auch große Armut sein, und von beiden ist sittliche Verdorbenheit die unausbleibliche Frucht. – Christoph Martin Wieland

Walter Trout – Lifestyle Of The Rich And Famous

Diese Gesellschaft ist obszön

Diese Gesellschaft ist insofern obszön, als sie einen erstickenden Überfluß an Waren produziert und schamlos zur Schau stellt, während sie draußen ihre Opfer der Lebenschancen beraubt; obszön, weil sie sich und ihre Mülleimer vollstopft, während sie die kärglichen Lebensmittel in den Gebieten ihrer Aggression vergiftet und niederbrennt; obszön in den Worten und dem Lächeln der Politiker und Unterhalter; in ihren Gebeten, ihrer Ignoranz und in der Weisheit ihrer gehüteten Intellektuellen. – Herbert Marcuse

Der Reichtum gleicht dem Seewasser; je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man. – Arthur Schopenhauer

J.J. Cale – Money Talks

Geldgeschichten 4

Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.
Bertolt Brecht

Odetta – Rich Man Blues

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love