Lesenswert : Autogeschichten 2

Frei muß ich denken, sprechen und atmen Gottes Luft,
Und wer die drei mir raubet, der legt mich in die Gruft.
Adelbert von Chamisso

Nach den Autogeschichten 1 jetzt also die Fortsetzung. Hoffentlich wird’s keine unendliche Geschichte, denn die Ressourcen dieses Planeten sind nicht unendlich. Und das Auto verbraucht eine Menge davon. Und neben der verheerenden Umweltverschmutzung gibt es auch eine mörderische Innenweltverschmutzung. Jahr für Jahr sterben weltweit über 100.000 Menschen vorzeitig durch Stickoxide aus Dieselabgasen. Höchste Zeit, die für diese Schweinerei Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Rund 38.000 Menschen sind einer Hochrechnung zufolge wegen nicht eingehaltener Abgasgrenzwerte bei Dieselfahrzeugen allein im Jahr 2015 vorzeitig verstorben, 11.400 von ihnen in Ländern der EU. Das hat ein Team um die Forscherin Susan Anenberg von der Organisation Environmental Health Analytics (LLC) in Washington berechnet.

Die Gesamtzahl vorzeitiger Todesfälle durch Stickoxide aus Dieselabgasen liegt nach den Berechnungen der Forscher für die weltgrößten Automärkte bei 107.600 im Jahr 2015. Die bereits genannten 38.000 Todesfälle sind hier mit eingerechnet – sie wären jedoch vermeidbar gewesen, hätten die Dieselfahrzeuge die Grenzwerte eingehalten. Die Forscher gehen also davon aus, dass Dieselabgase etwa Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems begünstigt und verschlimmert haben, und diese mitunter tödlich geendet sind. – ZEIT

 

Die wichtigste und größte deutsche Branche demontiert sich in einem Tempo, dass man gar nicht mehr mitkommt. Jahrelang haben die Kartellbrüder von VW, Audi, Porsche, Mercedes und BMW technische Entwicklungen abgesprochen, Zulieferer und wohl auch Kunden übers Ohr gehauen, den Wettbewerb ausgehebelt und die Marktwirtschaft missbraucht. Damit untergruben sie die Fundamente der Sozialen Marktwirtschaft wie zuvor die Banken in der Finanzkrise, weshalb sie genauso bestraft gehören.

Die Automanager glauben, sie können über Wasser gehen. Weil die Kunden trotz der Skandale weiter deutsche Premiumautos kaufen, gern auch Diesel, fühlen sie sich unangreifbar. Daimler-Chef Zetsche und VW-Chef Müller traten noch großspurig auf, nachdem sie sich selbst bei den Kartellbehörden angezeigt haben. Welchen Charakter muss man hierfür haben? – FAZ

Zum Reichtum führen viele Wege.
Und die meisten sind schmutzig. – Cicero

Welchen Charakter muss man hierfür haben? Keinen bzw. einen kriminellen. Mich kotzt die gesamte Autoindustrie nur noch an. Plus die Politiker, die diesen Verbrechern an unserer Gesundheit und unserer Umwelt jahrzehntelang freies Spiel ließen. Und natürlich haben die Vorstände, Manager & Politiker wie immer von nichts gewußt. Auch das kennt man bis zum Erbrechen. Jeder kleine Eierdieb wandert in den Knast, aber diese hochkriminelle Auto-Mafia streicht für ihre großkalibrigen Verbrechen auch noch üppige Boni ein. Verkehrte Welt.

Des Teufels Netzwerk in der Welt
hat nur den einen Namen – „Geld“.
Hugo von Hofmannsthal

Doch es besteht Hoffnung: Oliver Schmidt, 48, Ex-VW-Manager in den USA, bekennt sich schuldig wegen Verschwörung zum Betrug in der Abgasaffäre. Und auch in Deutschland gibt es eine erste Festnahmen: Der Audi-Manager Giovanni Parmio sitzt in München ein, wird  aber auch von den Amerikanern heiß begehrt. Und gerade wurde der ehemaligen Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz aus dem Verkehr gezogen. Gut so. Weiter so.

Der Ex-Bankgster Tom Hayes wurde in England wegen Verschwörung zum Betrug zu 14 Jahren Haft verurteilt. Wenn’s nach mir ginge, würde ich diese Auto-Gangster, die skrupellos unsere Gesundheit und unsere Umwelt ruinieren, wegen bandenmäßigen Betrugs, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht stellen. Lebenslanges Berufsverbot und 10 Jahren Haft sollten da schon drin sein, oder?

Wegen Verschwörung zum Betrug in der Abgasaffäre ist Oliver S. in den Vereinigten Staaten festgenommen worden. Seit Januar sitzt er dort im Gefängnis. Jetzt will er sich schuldig bekennen. S. ist wegen Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten, Verstößen gegen Luftreinhaltegesetze und Betrugs bei der Verwendung von Telekommunikationsmitteln angeklagt. Ihm droht eine mehr als zehnjährige Haftstrafe. Durch das Schuldeingeständnis kann er jedoch auf eine Strafminderung hoffen. – FAZ

Autogeschichten 2

Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Mißbrauch. – Albert Einstein

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Willie Nelson – Satisfied Mind

Herzlich : Lesenswert : Willkommen

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love