Der Gott des Gemetzels – Ehen im Schlachthaus

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Jedes Paar ist ein unergründliches Rätsel.
Es bleibt unbegreiflich, selbst wenn
man ein Teil davon ist.
Yasmina Reza

Glücklich die Glücklichen von Yasmina Reza haben Sie inzwischen gelesen? Dann wissen Sie ja, daß Yasmina Reza nicht viel von der Ehe hält. Auch für mich ist die Ehe eher eine Leidens- denn Lebensform, um nicht zu sagen ein Gemetzel. Womit wir bei Roman Polanskis Film wären, der auf dem Theaterstück von Yasmina Reza basiert. Machen Sie sich auf unerträgliche Szenen zweier Ehen gefaßt: Gemetzel im Doppelpack!

Ehe: komplizierte Doppel-Prothese mit der man kaum voran-, umso leichter aber zu Fall kommt. – Hanns-Hermann Kersten

Daß zwei Menschen zusammen leben können, ist eines der größten Wunder. In den meisten Fällen können sie es auch gar nicht, was dadurch verdeckt wird, daß sie auch nicht auseinander können. – Ludwig Marcuse

Mit ihrem Theaterstück hatte die französische Dramatikerin Yasmina Reza bereits für eines der erfolgreichsten Bühnenwerke der vergangenen Jahrzehnte gesorgt, als sich Roman Polanski („Rosemaries Baby“, „Der Pianist“) an dessen Verfilmung wagte. Der große Kino-Virtuose verlagerte das Geschehen von Paris nach Brooklyn, behielt aber den satirischen Grundton und Rezas schwarzen, bisweilen bösartigen Humor bei, an dem sich seine Starbesetzung bravourös abarbeitet. Mit fulminanten Dialogduellen und Wortgefechten entlarven Jodie Foster („Angeklagt“, „Das Schweigen der Lämmer“), Kate Winslet („Titanic“, ?Der Vorleser“), Christoph Waltz („Inglourious Basterds“, „Django Unchained“) und John C. Reilly („Magnolia“, „Chicago“) den Standesdünkel einer blasierten Upper-Middle-Class-Gesellschaft. Für Polanski erwies sich die bissige Charakterstudie als großer Erfolg: Gemeinsam mit Yasmina Reza wurde er für das Drehbuch mit einem César ausgezeichnet. Winslet und Foster erhielten Golden-Globe-Nominierungen. – Eins Festival

Polanskis Film lebt vom besten Theaterhandwerk; er braucht nicht mehr als vier Spieler, die einander hell in den Wahnsinn treiben. Man sieht sie, und man denkt: Welches Wunder ist jeder friedliche Tag, welches Wunder ist es vor allem, dass Städte, Staaten, Staatenbünde funktionieren, wo doch schon das Zusammensein von vier Menschen völlig unmöglich ist, ein Abenteuer mit fatalem Ausgang. – ZEIT

„Der Gott des Gemetzels“ ist dank eines routinierten Regisseurs und einer starken Besetzung ein hochklassiges Psychodrama. Wie schon das Stück, so illustriert auch der Film effektsicher die These, dass in jedem Mensch ein Ungeheuer lauert. Die Darsteller zeigen das mit spürbarer komödiantischer Lust. Die schlanke Filmlänge von nicht ganz 80 Minuten trägt dazu bei, dass der Zuschauer weder Längen noch Langeweile verspürt. Polanski ist abermals ein kleines Meisterstück gelungen. – Focus

Fazit: Roman Polanskis Adaption von Yasmina Rezas Erfolgsstück ist eine effektvoll inszenierte und hochvergnügliche Gesellschaftssatire mit Traumbesetzung. – Filmstarts

Ein Film über schlechte Menschen, die schlecht zueinander sind. Wie kann der nur so gut sein? – Spiegel

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Es ist schon komisch, daß ein Mann, der sich um nichts auf der Welt Sorgen machen muß, hingeht und eine Frau heiratet. – Robert Frost

Ich habe nie geheiratet, weil die Ehe für mich eine Leidens- und keine Lebensform ist. Was für Masochisten halt, die wollen ja auch leben & leiden. Die Ehe zerstört Menschen statt sie aufzubauen, sie zertrümmert Existenzen statt sie zu entwickeln. Statt von den Heteros zu lernen, stürzen sich die Schwulen jetzt auch wie die Lemminge in den Abgrund der Ehe für alle. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber sie stirbt und das Erwachen wird scheußlich & schrecklich sein.

Der Gott des Gemetzels

Willst du unbedigt heiraten, nimm einen Narren, denn gescheite Männer wissen allzu gut, was ihr für Ungeheuer aus ihnen macht. – William Shakespeare

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Weder die liebenden, noch genialen, noch philosophischen Männer behaupten die Herrschaft der Ehe, sondern die recht langweiligen, stummen, ärgerlichen und prosaischen. – Jean Paul

Herzlich : Rudis Filmpalast : Willkommen

Unsere Augen verschaffen uns eine Menge Freuden.
Robert Walser

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love