Lesenswert : Arbeitsgeschichten 3

Fast jeder wird als Genie geboren
und als Idiot begraben.
Charles Bukowski

Arbeitsgeschichten 3

Mit der Arbeit ist es nicht zum Besten bestellt. Die einen haben welche und verdienen 500.000 Euro pro Woche oder langweilen sich in Idiotenjobs zu Tode, andere haben keine und stürzen ungebremst in die Armut ab. Ein optimistischer Blick auf die Zukunft? Sieht anders aus.

Wir möchten Google
zu deiner dritten Gehirnhälfte machen.
Sergey Brin

Der US-Ökonom Tyler Cowen zeichnet ein düsteres Bild vom technologischen Fortschritt. Am Ende profitiere nur ein kleiner Teil der Gesellschaft, sagt er im Interview.

ZEIT ONLINE: Und wer verliert?

Cowen: Verwundbar sind gut bezahlte Angestellte im Service-Bereich, die lange geglaubt haben, ihr Job könne niemals automatisiert werden und die jetzt feststellen müssen: Das stimmt nicht. – ZEIT

Oft müssen wir nur der Arbeit wegen arbeiten – und verplempern Lebenszeit. Dass angesichts dieser gigantischen Lebenszeitvernichtung kaum ein Bürohengst durchdreht wie Michael Douglas im Film Falling Down (1993), ist schon ein Wunder. Trotzdem wagt es kaum jemand, sinnentleerte Bullshitjobs zu kritisieren. Nicht jeder Bürojob ist ein Bullshitjob, aber erschreckend viele. Statt einer 15-Stunden-Woche zu frönen, sitzen Heerscharen am Computer, verwalten unnütze Zahlenkolonnen, schreiben unnütze Firmenformulare und bewerben unnütze Produkte. Und das 40 Stunden die Woche, tagein, tagaus. Erkennen Sie sich und ihren Job wieder? Oder haben Sie eine sinnvolle Arbeit?

Jeder dritte Lohnarbeiter hierzulande hält seinen Job für sinnlos. Nur 16 Prozent der Beschäftigten sind Feuer und Flamme für ihren Job, 68 Prozent machen lediglich Dienst nach Vorschrift und 16 Prozent haben sogar schon innerlich gekündigt. Trotzdem gilt es als anrüchig, den Sinn von offensichtlich sinnfreien Jobs infrage zu stellen – so massiv hat sich der Arbeitsfetisch schon in der DNA der westlichen Industrienationen eingenistet. – ZEIT

Mit der Arbeit ist es so auf Erden,
Sie kann sehr leicht zum Laster werden.
Du kennst die Blumen nicht, die duften,
Du kennst nur Arbeiten und Schuften –
So geh’n sie hin, die schönen Jahre,
Bis endlich liegst du auf der Bahre.
Und hinter dir, da grinst der Tod,
Kaputt geschuftet – du Idiot!
Deutsche Weisheit

Die meisten Menschen würden sich beleidigt fühlen, wenn man ihnen als Arbeit anböte, Steine über eine Mauer zu werfen und sie dann wieder zurückzuwerfen, bloß damit sie ihren Lohn verdienten. Doch viele haben jetzt keine sinnvollere Beschäftigung. – Henry David Thoreau, 1854

 Aufstehen, Straßenbahn, vier Stunden Büro oder Fabrik, Essen, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das „Warum“ da, und mit diesem Überdruß, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an. Schließlich führt dieses Erwachen mit der Zeit folgerichtig zu der Lösung: Selbstmord oder Wiederherstellung. – Albert Camus

Immobilienmakler, Unternehmensberater, Investmentbanker: Sie sind die Hofnarren des Kapitalismus, sagt der Anthropologe David Graeber. Er nennt sie Bullshitjobs. – ZEIT

Erst nahmen uns Maschinen monotone Arbeit ab, nun tut es Software. Ob für Übersetzer oder Anwälte, das Netz macht in nahezu jedem Job Routinearbeiten überflüssig. Abnehmende Nachfrage nach Routinetätigkeiten wird bis zum Jahr 2020 voraussichtlich rund vier Millionen gelernte Arbeiter und rund zwei Millionen Büroangestellte ihren Arbeitsplatz kosten. – ZEIT

„Ich hätte leicht einen gut bezahlten Vollzeitjob bekommen“, sagt Eva Kubitz. Sie hat Mathematik und Informatik studiert und ihren Bachelor mit einem Schnitt von 1,5 abgeschlossen. Mit einem Vollzeitjob würde sie deutlich mehr verdienen – aber die freie Zeit ist ihr wichtiger als Geld.

Torben Scheper, 34, arbeitet bei Sun Energy, einer Firma, die Photovoltaik-Anlagen herstellt. Vier Tage in der Woche geht er zur Arbeit, den Mittwoch nimmt er sich fürs Nichtstun. „Diese Freizeit ist besser als jedes Zusatzgehalt“, sagt er. „Geld kann morgen schon nichts mehr wert sein. Meine Zeit kann mir dagegen niemand nehmen.“- ZEIT

Was verstehen Männer unter Romantik? Ein Fußballstadion mit Kerzenlicht. – Madonna

Es ist nur ein Gerücht, aber im Fussball scheint der Wahnsinn kein Ende zu nehmen. Aus England kursieren neue Meldungen über ein ungeheuerliches Kaufangebot für Neymar. Offenbar will Manchester United den brasilianischen Superstar für 200 Millionen Euro aus dem Vertrag mit FC Barcelona loseisen. Zur Erinnerung: Letztes Jahr überwies die United für den Transfer von Paul Pogba rund 110 Millionen Euro an Juventus Turin. Der ManUnited-Trainer soll dem 25-jährigen Dribbelkünstler nicht nur die totale Freiheit auf dem Feld, sondern noch ein Jahresgehalt von 25 Millionen Euro versprochen haben. Umgerechnet wären das 500.000 Euro pro Woche – doppelt so viel wie bei Barça. – 20 Minuten

Der korrumpierte Spießer, der samstags Frau und Auto bürstet, und sonntags Fußball schaut, beherrscht das Feld. – Markus Werner

Arbeitsgeschichten 3

Herzlich : Lesenswert : Willkommen

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love