Lesenswert : Netzgeschichten

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Fotoprojekt Removed von Eric Pickersgill

Netzgeschichten

Nach den Lebens-, Liebes-, Trennungs-, Ess- & Altergeschichten jetzt also Netzgeschichten. Die scheinen für viele Menschen inzwischen wichtiger geworden zu sein als Liebes- & Sexgeschichten, weiß FOCUS zu berichten: „Jeder Fünfte würde am Wochenende lieber auf Sex statt aufs Smartphone verzichten“. Sie auch?

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Fotoprojekt Removed von Eric Pickersgill

Ob im Bad oder im Bett – das Smartphone ist immer und überall dabei. Eine Umfrage unter Handynutzern weltweit zeigt, wie wichtig die Geräte ihren Besitzern sind. Wie weit manche jedoch für ihre Telefone gehen würde, ist mitunter befremdlich. Handy-Nutzer rund um die Welt gestehen es offen ein: Sie schlafen mit ihrem Smartphone, nehmen es mit aufs Klo und würden das Gerät bei einem Brand noch vor der Katze der Familie retten. Das jedenfalls ergab eine Umfrage in sieben Ländern unter mehr als 7000 Menschen. Immerhin 22 Prozent würden der Umfrage zufolge für ein Wochenende eher auf Sex verzichten als auf ihr Smartphone. Und 40 Prozent erzählen ihrem Gerät nach eigenen Angaben Geheimnisse, die sie nicht einmal ihrem besten Freund verraten würden. – FOCUS

Als der Philosoph Gernot Böhme vor einigen Wochen mit seiner Enkelin, vierzehn, in einem Café saß, zückte diese ihr Smartphone und fotografierte sich, ihren Opa und das Tortenstück. „Sitze mit Opa und esse Torte.“ Das oder etwas sehr Ähnliches, meint sich Böhme zu erinnern, schrieb sie und schickte die Nachricht an ihre Freunde und Follower.

Was soll das? Was hat es zu bedeuten, dass Banalitäten des Alltags zur Nachricht werden? Es ist nicht zehn Jahre her, da lachte man noch über die japanischen Touristen, die sich vor Tellern voll Sauerkraut fotografierten. Jetzt isst offenbar überhaupt niemand mehr Sauerkraut, ohne das für die Mit- und Nachwelt zu dokumentieren. Wir sind alle so geworden wie die seltsamsten Japaner, und es fällt kaum mehr jemandem auf. – FAZ

Es passt, das der Name Instagram mit einem I beginnt, denn in Wahrheit geht es dem Nutzern der Bilder-Plattform nur um eines: Ich, Ich, Ich. Klar, dass die Generation, die das Selfie hervorgebracht hat, nicht anders kann, als das eigene Leben zu überhöhen. Das Selfie ist zum Standard-Motiv geworden – und zum Symbol für eine Generation digitaler Selbstdarsteller. Das Gotteshaus, in dem diese „Ich“-Messen gefeiert werden: Instagram. Hier 13 Arten von typischen Selbstdarsteller-Fotos und was uns der Instagramer damit sagen eigentlich will. – FOCUS

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Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.
Oscar Wilde

Die Alleinstehenden auf Tinder stehen tatsächlich oft allein, das ist die erste Erkenntnis. Sie stehen allein vor geschwungenen Spiegeln im Flur, sie stehen allein im Badezimmer, mit Duschkabine im Hintergrund, sie stehen allein in verspiegelten Aufzügen. Sie stehen da, oberkörperfrei, in Unterhemd, in Anzug oder Businesskostüm. Sie halten das Smartphone auf Halshöhe, den Blick aufs Display gerichtet, auf ihr digital reproduziertes Abbild – oder darüber hinweg, in den Spiegel. Das Spiegel-Selfie, das fotografische Selbstporträt also, das den Umweg über eine reflektierende Fläche nimmt (auch Schaufenster, gläserne Türen), ist allgegenwärtig auf Tinder. Es ist das wohl unmittelbarste Dokument von Singleschaft. Es zeigt Alleinsein auf zwei Ebenen: Die Person ist nicht nur allein auf dem Bild, allein vor der Kamera; sie ist auch allein hinter der Kamera. Sie ist Fotograf und Fotografierter zugleich. – ZEIT

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Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt.
Albert Einstein

Amerikanische Start-ups prägen die neuen Gesetzmäßigkeiten der Medienwelt. Sie bedienen die Ego-Sucht ihrer Nutzer und setzen den neuen Informationstrend: Selbsterkenntnis statt Welterkenntnis. Facebook ist für einen nicht unerheblichen Teil der Menschheit Betriebssystem, Content-Management-System – also das Eingabe-Werkzeug –, die Ausgabeoberfläche und das Kommunikations-Tool der digitalen Sphäre. Für sie ist die Plattform nicht nur die erste Adresse am Morgen und die letzte am Abend, sondern sie ist gleichbedeutend mit dem mobilen Web. „Unser News-Ökosystem hat sich in den vergangenen fünf Jahren stärker verändert als zu irgendeiner Zeit in den vergangenen fünfhundert Jahren“, sagt die Wissenachaftlerin Emily Bell, „Facebook verschlingt die ganze Welt.“ – FAZ

Der Start-up-Gründer Tariq Krim war überzeugt, dass das Internet die Welt besser macht. Bis ihn das digitale Fast Food im Kopf fast um den Verstand brachte: „Es ging mir nicht gut in den letzten Jahren, einige meiner Freunde wissen das. Ich war ohne Halt, mein Körper und mein Geist drifteten auseinander, trieben wie im Ozean, wohin die Strömung sie trug. Ein unheimliches Gefühl. Und ich wusste genau, woher es kam. Meine Liebe für die Welt der Technik ist erloschen, meine Begeisterung für die Zukunft verflogen. Zumindest für jene Zukunft, die heute gestaltet wird.“ – Tariq Krim

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Wenn du dich selbst kennenlernen willst, solltest du Facebook verlassen.
Jaron Lanier

Ich löschte die Facebook-App. Danach Instagram. Dann Twitter. Ich stellte alle Benachrichtigungen aus, und das waren viele. Bis auf SMS und Anrufe meiner besten Freunde und Familie war mein Telefon nun still. Plötzlich war die Welt viel kleiner, viel besser zu bewältigen, viel vertrauter. Ich konnte mich erholen. Und ein paar Wochen später, ohne dass ich groß darüber nachdachte, war ich zurück in den sozialen Netzwerken.

Mittlerweile bin ich seit sieben Monaten größtenteils raus aus den sozialen Medien. Ich habe auch alle anderen Apps gelöscht, die mit Dopamin-Ausschüttung locken und eine Flucht vor der Realität bieten, Shopping-Apps oder Spiele zum Beispiel. Wenn ich vor der Realität fliehen will, lese ich einen Roman, und wenn ich mich nicht konzentrieren kann, gehe ich spazieren. Mein Telefon lasse ich jetzt oft zu Hause. Dem Multitasking habe ich abgeschworen, das geht sogar soweit, dass ich keine Musik mehr höre, während ich arbeite. Damit geht es mir viel besser. Ich wünsche mir manchmal, ich wäre stark genug, um mein Facebook-Profil zu löschen – meiner Meinung nach ist Facebook das gefährlichste aller sozialen Netzwerke. – Kati Krause

Wenn du dich selbst kennenlernen willst, solltest du Facebook verlassen, für eine ausreichende Zeit. Nicht aus dem Glauben heraus, dass es falsch oder böse ist. Sondern einfach als ein Experiment. Um herauszufinden, was Facebook wirklich ist. Und wer du wirklich bist. – Jaron Lanier

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Das Elend unserer Zeit ist, daß die Massen geistig und ethisch verarmen. Für ihren Magen ist jetzt besser gesorgt als vorher, aber ihre Seele ist leer.
Jakob Bosshart

Netzgeschichten

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! Liebt das Buch !

Liebt das Buch, es erleichtert euch das Leben: es hilft als guter Freund, euch in dem bunten und stürmischen Wirrsal der Gedanken, Gefühle, Geschehnisse zurechtzufinden; es lehrt euch, den Menschen und euch selbst zu achten; es beschwingt Geist und Herz durch Liebe zur Welt und zum Menschen. – Maxim Gorki

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Lesen stärkt die Seele.
Voltaire

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Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nie in eine Apotheke,
sondern zu meinem Buchhändler.
Philippe Dijan

Lesen ist wichtig. Es bedeutet, aus der Gesellschaft auszubrechen. Man sitzt mit einem guten Buch in einem alten Stuhl, hat sein Handy ausgestellt, kein Internet, seine Ruhe und liest einfach. Wunderbar. Auf dem iPad muss man ständig der Versuchung widerstehen, seine Mails zu checken oder angerufen zu werden. Und dann fragt noch jemand per Skype „Hallo, wie geht’s dir?“ Dauernd wird man unterbrochen und kann sich kein bisschen konzentrieren. Die Jugendlichen leiden alle unter der neuen Krankheit des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms. Da bahnt sich die nächste Katastrophe an. – Frédéric Beigbeder

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! Lesen macht seXXXy – Sie auch !

Für mich gibt es heute nichts Anziehenderes
als eine Frau, die liest.
Jonathan Franzen

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Je mehr der Mensch weiß, um so stärker ist er.
Und wenn der Mensch weiß, wie groß und erhaben das Ziel ist,
das er sich selbst gesetzt hat, ist er noch stärker.
Maxim Gorki

! Lesen macht stark : Sie auch !

Lesenswert

Lest nicht, wie die Kinder, zum Vergnügen,
noch wie die Streber, um zu lernen,
nein, lest, um zu leben!
Gustave Flaubert

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Je mehr ich las, um so enger wurden meine Beziehungen zur Welt,
um so leuchtender und bedeutsamer wurde für mich das Leben.
Jedes Buch war wie eine kleine Sprosse,
über die ich vom Tier zum Menschen aufstieg.
Maxim Gorki

Und wenn Sie beim Leben, Lieben, Lesen & Altern gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Die Wirklichkeit sind Alter, Krankheit, Elend, Einsamkeit und Tod,
auch wenn man in Designerjeans herumstolziert.
Woody Allen

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Tom Rush – Old Man’s Song

Bitte besuchen Sie : Rudis Bibliothek : Herzlich Willkommen

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love