Rudis neues Wörterbuch : Orthorexie – Der Speiseplan als Lebensplan

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„Statt eines Lebens besitzen sie nur noch einen Speiseplan.“
Steven Bratman über Orthorektiker

Orthorexie – Der Speiseplan als Lebensplan

Gibt es ein normales Atmen? Gibt es. Gibt es ein normales Essen? Gibt es. Jedenfalls so lange, bis der Mensch sich einmischt. Es gibt einfach nichts, was der Mensch nicht kaputt kriegt. Ich frage mich, wann der erste auf die Idee kommt, das Ein- & Ausatmen auf ein Minimum herabzuschrauben (analog der Magersucht), auf ein Maximum aufzudrehen (analog der Freßsucht) oder nur noch absolut reine Luft zu atmen (analog der Orthorexie). Und was ist nun Orthorexie? Eine Eßstörung, was sonst.

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Orthorexia nervosa ist eine Essstörung, bei der die Betroffenen ein auffallend ausgeprägtes Verlangen danach haben, sich möglichst „gesund“ zu ernähren. Die Existenz eines solchen Krankheitsbildes wird vielfach bestritten. Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht anerkannt.

Steven Bratman ist ein US-amerikanischer Arzt. Unter anderem wurde er 1997 durch die Erstbeschreibung der (in der Wissenschaft umstrittenen) Essstörung Orthorexia nervosa bekannt, an der er nach eigener Aussage selbst gelitten hatte. Zeitweilig hatte er sich nach eigener Aussage ausschließlich von frischem Obst ernährt, das er spätestens 15 Minuten nach dem Ernten verzehrte.

Über Menschen mit einem solchen Essverhalten sagte er später: „Statt eines Lebens besitzen sie nur noch einen Speiseplan.“ – Wikipedia

Nun ja, nicht das erste Mal, daß die Wissenschaft dem Leben hinterherhinkt. ich habe für Sie hier ein paar Artikel aus dem prallen Leben zusammengetragen, um Sie wieder mal für das Thema gesunde Ernährung & sinnvolles Leben zu sensibilisieren, denn LebensMITTEL sind kein LebensZWECK!

Etwa ein bis zwei Prozent der Menschen sind wie Rubnitz zwanghaft davon besessen, sich extrem gesund zu ernähren, sagt Friederike Barthels, Klinische Psychologin an der Uni Düsseldorf. Das gesamte Denken dieser Menschen kreist ums Essen, genauer, um das „richtige“ Essen. Es geht ihnen nicht darum, abzunehmen, sondern darum, nur bestimmte Lebensmittel zu sich zu nehmen – meist aus Angst vor Krankheiten.

Die alleinlebende und kinderlose Rubnitz allerdings merkte irgendwann, dass ihr Essverhalten nicht besonders sozialkompatibel war: Vor Freunden, Kollegen und Verwandten verheimlichte sie zunehmend ihre Art, sich zu ernähren. Wenn sie zum Kaffeetrinken eingeladen wurde, brachte sie sich ihren Kuchen selbst mit oder bot an, gleich für alle etwas zu backen. Wenn sie zum Abendessen eingeladen wurde, sagte sie ab. Auch in Restaurants ging sie nicht mehr. „Das Essen dort entsprach nicht meinen Anforderungen. Zu Hause konnte ich alles besser steuern.“ Weil sie aber auf diese Art und Weise kaum noch Freundschaften pflegen konnte, wurde sie immer einsamer, und die Beschäftigung mit ihrer Ernährung war somit bald das Einzige, was sie außerhalb ihrer Arbeit überhaupt noch hatte. – FAZ

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Mich deucht, das Größt‘ bei einem Fest ist,
wenn man sich’s wohl schmecken läßt.
Goethe

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Hosea Hargrove – I Love My Life

Smoothies, Rohkost, vegane Lebensmittel – an sich gesund. Doch Experten warnen: Wird die perfekte Ernährung zwanghaft, lauern Probleme. Den Betroffenen fehlen Nährstoffe – und manchmal sogar Freunde. Die einen schwören auf grüne Smoothies, die anderen auf Clean Eating ohne verarbeitete Lebensmittel, vegane Speisen oder die Paleo-Diät nach dem Vorbild der Steinzeit. Viele Menschen beschäftigen sich intensiv mit der Frage: Was ist das richtige Essen für mich? Doch ausgerechnet das kann krankhaft werden – wenn der Wunsch nach gesundem Essen zur Besessenheit wird. Fachleute sprechen dann von Orthorexie. – WELT

PULS : Orthorexie im Alltag

Mit Rohkost wappnen sie sich gegen Rinderwahn. Für Pizza-Fans haben sie nur verächtliche Blicke übrig. Wer an Orthorexie leidet, isst nur Gesundes – und hat trotzdem ein Problem. Essen und Einkaufen, Rohkost und naturnahe Anbaumethoden werden Menschen mit Orthorexie zum Lebensinhalt. Fast nur um diese Themen kreisen ihre Gedanken. Damit ist die Grenze des Gesunden überschritten, findet Stephen Bratman. – Stern

Orthorektiker engen ihr Leben dramatisch ein, können beispielsweise nie mit Kollegen oder Freunden eine Pizza essen gehen. Sie essen nur, was sie selbst gekauft und zubereitet haben,“ berichtet Andreas Schnebel von ANAD. Das „richtige“ Essen wird wichtiger als alles andere – Liebe, Freunde und andere Interessen treten in den Hintergrund, die Betroffenen isolieren sich, Essen verliert seine soziale Funktion. – Brigitte

Das Leistungsprinzip ersetze auch beim Essen mehr und mehr das Genussprinzip. Essen ist aber mehr: Essen heißt Vergnügen und Genuss, Essen heißt Kommunikation und Sichkennenlernen, Essen heißt Pause machen, faul sein und den Kalorienzähler ausschalten.Viele Menschen würden aufs Essen komplett verzichten, wenn es eine Ersatzpille für die Nahrungsaufnahme gäbe, schätzt Woite mit Blick auf Amerika. „Da schwappt bestimmt noch einiges zu uns rüber.“ – taz

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Zwei Dinge sind unendlich:
Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Die Smombies halten das Smarthone für den Mittelpunkt des Universums, für die Orthorektiker ist das „gesunde“ Essen der einzig wahre Lebenssinn. Manchmal glaube ich, daß ich hier auf Erden unter lauter Idioten wandle, von den unzähligen und unseligen religiösen Irren ganz zu schweigen…

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Tu deinem Leib etwas Gutes,
damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.
Teresa von Avila

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Keb‘ Mo‘ – Life Is Beautiful

Rudis neues Wörterbuch

Und wenn Sie beim Nachdenken über Ihre Ernährung & beim Umbau Ihres Lebens gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

Du bist in jedem Augenblicke neu;
drum sei dem Alten nicht zu knechtisch treu.
Und war dein Herz bis heut wie Kohle schwarz –
du hast die Macht: und es wird weiß wie Quarz.
Christian Morgenstern

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Hosea Hargrove – I Love My Life

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Jeder Tag ist ein Baustein
für die Ruine oder Kathedrale meines Lebens.
Rudi Lehnert

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Snowy White’s Blues Agency – Change My Life

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love