Rudis neues Wörterbuch : Crowdworking

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Crowdworking & Crowdsourcing

Crowdworking: Traum oder Alptraum? Beim Crowdworking schreibt eine Firma im Internet einen Job aus, auf den sich dann weltweit Netzwerker bewerben können. Logisch, daß das die Preise drückt. Oder können Sie etwa mit Indien oder Pakistan ernsthaft konkurrieren? Und Kranken- & Sozialversicherung etc. gibt’s natürlich auch nicht. Ich habe hier ein paar Infos & Links zusammengetragen, damit Sie sich in das Thema Arbeit & Industrie 4.0 einarbeiten und sich ein eigenes Urteil bilden können. Denn hier ist auch von Ihnen die Rede, von Ihrer Arbeit & Ihrer Zukunft, so Sie eine haben… Crowdworking: Himmel oder Hölle?

ZDFinfo – Klickarbeiter, Vorurteile und die dunkle Seite des Netzes

Unternehmen zerlegen Arbeiten in kleine Projekte und vergeben sie für oft geringe Honorare an Freie – Crowdworking nennt sich das. Hunderte oder Tausende Wettbewerber kämpfen heute  auf den Crowdworking-Plattformen um den Zuschlag. So treibt Crowdworking den permanenten Konkurrenzkampf auf die Spitze. Und das für eine wachsende Zahl von Menschen.
Einem Report der Internationalen Arbeitsorganisation aus Genf zufolge sind weltweit allein bei elf großen Crowd-Plattformen schon um die 20 Millionen „Arbeiter auf Abruf“ Teil dieser Ökonomie.

In den Vereinigten Staaten ist bereits von der gig economy die Rede, einer Ökonomie, in der Arbeitnehmer kein festes Gehalt mehr bekommen, sondern nur noch Gagen für lauter kurze Einsätze, die gigs. Diese Entwicklung verändert die gesamte Struktur der Wirtschaftswelt, weil sie auch den Charakter vieler Unternehmen verändert. „Bevor es das Internet gab, wäre es sehr schwierig gewesen, jemanden zu finden, der zehn Minuten für einen arbeitet und den man nach diesen zehn Minuten wieder feuern kann“, so Lukas Biewald, Gründer einer Plattform namens Crowdflower. Jetzt geht das.

Mit der neuen Form des Outsourcings von Arbeit ändert sich die Machtbalance in der Arbeitswelt. Mindestlohn, Kündigungsschutz, Streikrecht, Urlaubsanspruch, Rente, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – für Crowdworker gilt all dies in der Regel nicht. Sie werden nicht wie Angestellte, sondern wie freie Dienstleister behandelt. Gewerkschafter wie ver.di-Chef Frank Bsirske warnen vor „digitalem Prekariat“ und „Tagelöhnern des schlimmsten Kalibers“. Christiane Benner, Vize-Chefin der IG Metall, fürchtet die Rückkehr zu Verhältnissen „wie zum Beginn des Industriezeitalters“. – ZEIT

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Die Digitalisierung wälzt ganze Branchen um: Stationäre Einzelhändler machen weniger Umsatz und bauen Stellen von Festangestellten ab. Gleichzeitig wachsen E-Commerce-Anbieter – und lagern einen Teil der Tätigkeiten an die neuen Web-Jobber aus. – Berliner Zeitung

Was die Industrie als großartige Chance im digitalen Zeitalter sieht, betrachten die anderen mit Skepsis. Tätigkeiten jenseits von regulären Arbeitsverhältnissen, Tarifverträgen, Betriebsräten und Arbeitszeitregelungen lassen die Gewerkschaften mit Sorge auf die wachsende Zahl selbstständiger, anonymer Crowdworker und Minijobber blicken. Angestellte würden durch Freie aus dem Netz ersetzt, die dieselbe Arbeit zu schlechteren Konditionen übernähmen und einem enormen internationalen Konkurrenzdruck unterworfen seien. Gewerkschaften wie Verdi warnen vor einer „Kannibalisierung von Arbeitsbedingungen“, der DGB spricht von einer „modernen Art Sklaverei“, die es zu verhindern gelte. Die IG Metall sieht eine „sozial- und arbeitsrechtliche Gestaltung dieser neuen Form von Arbeit“ als dringende Aufgabe der Politik. – WDR

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Neun Cent hier, 15 Cent dort, zwei Euro da. Und am Ende hat man dann 5,67 Euro verdient. Ist der schicke Begriff Cloudworking nur ein neues Wort für Ausbeutung? Vernichtet das auch in Deutschland Arbeitsplätze? Unterhöhlt es jede Form von angemessenem Mindestlohn? Tatsächlich hat sich die Art der digitalen Arbeitsvermittlung in den letzten Jahren radikal verändert. Zum Outsourcing kam das Crowdsourcing hinzu. – ZEIT

Bei der Auslagerung über spezielle Internetplattformen werden dagegen Teile der Kernbelegschaften ersetzt durch einzelne Selbständige, die im Wettbewerb stehen – das ist neu. Jeder Einzelne kämpft um Aufträge, ob aus Johannesburg, Frankfurt oder São Paulo. Es drohe ein Unterbietungswettbewerb, warnt Stach. Etwa 145 Dollar habe ein Einzelner bei Freelancer.com im Schnitt in den vergangenen fünf Jahren verdient, also knapp 30 Dollar im Jahr, „davon kann niemand leben“, sagt er.

Der amerikanische IT-Dienstleister IBM gehört zu den Pionieren und will Teile seiner Arbeit in Zukunft von solch einem Heer Freiberufler erledigen lassen. Die Plattform dazu heißt in der Terminologie des Konzerns „Liquid Ressource“, also flüssige Quelle. Das Handelsblatt hatte gemeldet, der Konzern wolle bis zu 8000 der 20.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen. Die Vorteile der neuen Arbeitsorganisation für eine Firma hat ein IBM-Manager bereits 2010 in einer US-Fachzeitschrift aufgeführt: Es gäbe keine Gebäudekosten, keine Renten und keine Kosten für das Gesundheitswesen, was enorme Einsparungen ermögliche. Das seien Arbeiten ohne irgendeine soziale Absicherung, warnt Stach und mahnt politische Reformen an. – SZ

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Unser Leben ist der Mord durch Arbeit,
wir hängen sechzig Jahre lang am Strick und zappeln,
aber wir werden uns losschneiden.
Georg Büchner

Crowdworking

Crowdworking – moderne Sklaverei oder Autonomiegewinn?

Crowdworking-Plattformen

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Die Kardinalfrage der Menschheit
ist die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit.
Friedrich Lienhard

Rudis neues Wörterbuch

Und wenn Sie beim Nachdenken über Ihre Arbeit & beim Umbau Ihres Lebens gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Jeder Tag ist ein Baustein
für die Ruine oder Kathedrale meines Lebens.
Rudi Lehnert

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Snowy White’s Blues Agency – Change My Life

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love