39,90 – Bitterböse Konsum-Satire

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Glückliche Menschen konsumieren nicht.
Frédéric Beigbeder

39,90 ist eine bitterböse Satire auf den Erfolgs-Wahn, den Werbe-Terror & den Konsum-Irrsinn. Unbedingt ansehen und danach mit weit geöffneten Augen den Werbe-Fetischisten sofort die blinde Gefolgschaft verweigern!

Die Hundsgöttin Erfolg wurde von Tausenden hechelnder Hunde mit triefenden Mäulern verfolgt. Wer sie als erster einholte, war der wahre Hund unter den Hunden, wenn man nach dem Erfolg gehen will. – D. H. Lawrence

„Ich heiße Octave. Ich bin Werber: ja, ein Weltverschmutzer. Ich bin der Typ, der Ihnen Scheiße verkauft. Der Sie von Sachen träumen lässt, die Sie nie haben werden. Immerblauer Himmel, nie flaue Frauen, perfektes Glück, Photoshop-retuschiert. Sie müssen unbedingt ein bestimmtes Produkt haben, und kaum dass Sie es haben, brauchen Sie schon das nächste. Der Hedonismus ist kein Humanismus, sondern Cashflow. Devise: ,Ich gebe Geld aus, also bin ich‘.“ – Aus: 39,90

Werbung ist der Versuch, das Denkvermögen des Menschen
so lange außer Kraft zu setzen, bis er genügend Geld ausgegeben hat.
Ambrose Bierce

Willkommen in der Welt von Octave Parango. Er hat es geschafft: Octave ist jung, talentiert, schwimmt im Geld und gehört zu den erfolgreichsten Kreativen seines Fachs. Er entscheidet darüber, was wir morgen essen, tragen, fahren oder trinken. Und wenn wir endlich das Geld zusammen haben, um uns den lang ersehnten Wagen zu gönnen, dann hat Octave schon längst für neue Bedürfnisse gesorgt. Er ist arrogant, zynisch und egoistisch. Sein Kokainverbrauch entspricht der jährlichen Gesamtproduktion von peruanischem Maismehl und er säuft wie ein Loch.

Die aberwitzige Satire eröffnet einen ebenso erschreckend realen wie absurd komischen Blick auf den Zynismus der Werbewelt. Gleichzeitig ist der Film aber auch das Psychogramm eines Mannes, der zum Opfer der von ihm selbst geschaffenen Welt wird. Einer verlogenen, irrealen Welt, in der letztlich alles käuflich ist! 39,90 (Neununddreißigneunzig) ist ein sperriges, dabei aber auch ungemein unterhaltsames Werk: schräg, witzig und gemein. – Filmstarts

Was sich im Jahr 2001 als Roman schon rekordverdächtig verkauft hat, funktioniert auch auf der Leinwand. Durch einen einfallsreichen und gewagten Inszenierungsstil macht sich in „39,90“ eine Welt auf, die uns die ganze Sinnlosigkeit, die hinter der Werbebranche steckt, offenbart. Drogenabhängige Überflieger die heute darüber entscheiden, was die Welt morgen kaufen wird. Die manipulative Kraft sowie der Wahnsinn unserer modernen Konsumgesellschaft werden, eingebettet in einem satireartigen Gewebe, genau dem vor Augen geführt, der tagtäglich seinen Teil dazu beiträgt, dass dieses System überhaupt funktioniert: Dem Bürger, der lockerlustig vor der Kinoleinwand sitzt und heimlich mal wieder nur ‚die anderen‘ für alles Unheil verantwortlich macht. – MovieSection

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Werbung, so drückt es Kalle Lasn, der Begründer der Adbusters in seinem Buch Culture Jamming aus, ist „das am weitesten verbreitete und stärkste aller mentalen Umweltgifte. Vom ersten Ton des Radioweckers am Morgen bis zu den frühen Morgenstunden des Nachtprogramms im Fernsehen strömt kommerzielle Verschmutzung in unser Gehirn, und das mit einer Geschwindigkeit von etwa dreitausend Marketingbotschaften pro Tag. Täglich werden etwa zwölf Milliarden Displayanzeigen, drei Millionen Radiowerbungen und mehr als zweihunderttausend TV-Werbespots im kollektiven Unbewusstsein Nordamerikas abgeladen.“

Es ist wichtig, dass es Filme und Bücher wie diese gibt, die auf meinetwegen übertriebene, vor allem aber deutliche Weise klar machen, wie sehr wir alle uns längst im Hamsterrad der Werbung bewegen und zu Tode hetzen. Es ist an der Zeit, dass wir uns dies bewusst machen. Was dagegen zu tun ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wie gesagt: Man muss den Film nicht mögen. Trotzdem – dies ist nicht nur ein guter Film, sondern vor allem ein enorm wichtiger. – Kino-Zeit

Fazit: Eine tragische Geschichte von Verzweiflung, Oberflächlichkeit, Unmenschlichkeit – erzählt, als wär’s ein einziger langer Werbespot. Eine hippe Bestsellerverfilmung, die ihr satirisches und selbstreflexives Potential der Bildermanipulation voll ausschöpft. – Cinefacts

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Werbung ist die Kunst, auf den Kopf zu zielen
und die Brieftasche zu treffen.
Vance Packard

39,90

Ich persönlich finde das ganz spannend – die Apokalypse hat ja etwas Schönes. Ich kann den kollektiven Suizid der kapitalistischen Welt beschreiben. Damit kann man ja eine ganze Schriftstellerkarriere zubringen. Wenn einem der Mut für Terrorismus fehlt, schreibt man Romane. Das ist eine Form des Ungehorsams, die für einen selbst und andere wesentlich ungefährlicher ist. – Frédéric Beigbeder

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Unser Problem ist nicht, das zu produzieren, was der Konsument braucht, sondern den Konsumenten dazu zu bringen, alles zu verbrauchen, was produziert wird. Daher die blühende Werbung. Um den Höhlenmenschen oder den primitiven Indianern Appetit zu machen, brauchte es keine Werbung. Damit die Produktion aufrecht erhalten werden kann, ist es heute notwendig, den Menschen einzureden, daß sie einen schnelleren Wagen, mehr erotische Unterwäsche, mehr persönlichen Luxus haben müssen – lauter künstlich erzeugte Bedürfnisse. – André Maurois

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Unsere Augen verschaffen uns eine Menge Freuden.
Robert Walser

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love