Cartel Land – In der mexikanischen Drogen-Hölle

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Des Teufels Netzwerk in der Welt hat nur den einen Namen – „Geld“.
Hugo von Hofmannsthal

Über Blogger auf der Schlachtbank der Drogenkartelle schrieb ich hier bereits im November 2011. Daran hat sich – wie wohl jeder aus den Nachrichten weiß – inzwischen nicht das Geringste geändert: Drogenkrieg in Mexiko: Die Zeugen von Iguala titelt die ZEIT im Mai 2015. Ein Horror ohne Ende.

Es gibt unzählige Bücher, Filme und Dokumentationen über den „War on Drugs“. Viele schießen am Ziel vorbei, aber immer wieder gibt es Volltreffer. „Cartel Land“ ist einer. – Freitag

Der Film verschafft aus nächster Nähe Einblicke in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand, in dem die staatliche Gewalt außer Kraft gesetzt ist. „Cartel Land“ wurde auf dem Sundance Film Festival 2015 für die beste Regie und die beste Kamera in der Sparte amerikanischer Dokumentarfilm ausgezeichnet. – Spielfilm

Filmemacher Matthew Heineman wirft in seiner Dokumentation einen Blick auf die Macht der Drogenmafia in Mexiko und die sich wehrende Bevölkerung. In dem Land herrschen die Drogenkartelle und überziehen die Gegend mit Terror bis hin zu Mord. Politiker sichern sich ein Stück vom lukrativen Kuchen, in dem sie selbst Geschäfte mit den Drogenbossen machen und stecken so selbst mitten im kriminellen Geflecht. Einige Bewohner aus dem Süden lassen sich das nicht länger gefallen und greifen nun selbst zu den Waffen, um auf Gewalt mit Gegengewalt zu antworten. Die sogenannten „Autodefensas“ und ihr Anführer, der Arzt José „El Doctor“ Mireles, befreien Städte aus den Händen der Verbrecherbanden. Auch an der mexikanischen Grenze im US-Staat Arizona wird etwas gegen die Kartelle unternommen: Ex-Soldat Tim „Nailer“ Foley und seine paramilitärische Truppe überwachen die Aktivitäten an der Grenze mit dem Ziel, Drogenschmugglern eigenhändig das Handwerk zu legen. Der Kampf zwischen den Kartellen und Bürgerwehren wird immer brutaler und die Frage nach dem Verlauf der Grenze zwischen Gut und Böse wird unweigerlich gestellt.

Fazit: Natürlich überschreiten nicht nur die Mitglieder der mexikanischen und US-amerikanischen Bürgerwehren ständig Grenzen. Auch der Filmemacher Matthew Heineman geht in seinem Versuch, die blutigen Ereignisse ungefiltert zu dokumentieren, ein ums andere Mal zu weit. Aber eben diese Tabubrüche, bei denen das Filmteam mehr als nur das eigene Leben riskiert, sind es, die einem ganz unmittelbar zeigen, was der Krieg gegen die Drogen in Mexiko und den Vereinigten Staaten angerichtet hat. – Filmstarts

In Mexiko bewaffnen sich Bürger gegen Drogenkartelle und korrupte Polizei, weil ihre Nächsten massakriert werden. „Cartel Land“ kommt den Kämpfern näher als je ein Film. Verstümmelte Körper sind in Cartel Land indes nur selten zu sehen – Heineman braucht gar keine expliziten Bilder, um dem Zuschauer das Grauen des Drogenkriegs unmittelbar vor Augen zu führen. Er lässt einfach die Überlebenden sprechen. In einer Einstellung berichtet eine Frau tonlos und mit leerem Blick, was ihr und ihrem Mann geschah. „Zuerst steckten sie ihn mit dem Gasbrenner bei lebendigem Leib in Brand. Dann schleppten sie vier weitere Menschen an und schnitten allen die Köpfe ab und zerstückelten die Körper. Ihre Gräber waren schon ausgehoben. Die Männer betranken sich und lachten, als sie das taten. Dann haben sie mich zu den Leichen ins Grab gestoßen und taten mit mir, was sie wollten.“ – ZEIT

Cartel Land

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love