Macht Besitz glücklich?

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Wir dürfen uns nicht durch einen Sog, dem sich nur die Allerstärksten und Allerbegabtesten widersetzen können, auf jenes Niveau dumpfer Mittelmäßigkeit herabdrücken lassen, wie wir es aus der Gegenwart kennen. – William Morris

Macht Besitz glücklich?

fragen wir uns heute. Gewissermaßen die Fortsetzung meines Artikels Das einfache Leben – jeder will’s, keiner macht’s. Macht Besitz nun also glücklich? Mich nicht. Mich machen andere Dinge glücklich, z.B. die Liebe, die Literatur, die Musik, der Filmdie Fotografiedie Freiheit.

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Die goldene Regel: Nehmen Sie nichts in Ihr Haus auf, das nicht entweder nützlich ist oder das Sie als schön ansehen. – William Morris

Fast 10.000 Dinge hortet der Durchschnittsdeutsche in seinem Zuhause. Das ist eine unvorstellbare Zahl. Noch nie haben wir so viel besessen und so viel gekauft wie heute. Da kann sich schon die Frage stellen: Braucht man das alles wirklich? Und macht der Besitz dieser materiellen Güter auch glücklich?

Akzeptierter Teil der Gesellschaft ist, wer viel konsumiert: Kleidungsstücke, Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Bücher, Zeitschriften, DVDs und CDs, elektronische Geräte, aber auch zahllose Freizeitangebote. Allenthalben begegnet einem die Aufforderung zum Kaufen, nicht nur in Form von Werbung, und oberstes Ziel die Politik ist stetiges Wirtschaftswachstum. – 3sat

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»Ist das der Kapitismus?«, fragt mein Sohn. Er ist vier Jahre alt. Wir haben gerade die Welt von KidZania betreten, im Untergeschoss eines Einkaufszentrums am Rand von Istanbul. »Das ist der Kinder-Kapitalismus«, sage ich.

Ich habe meinen Sohn nicht absichtlich mit dem »Kapitalismus« verwirrt. Er hatte vor unserem Abflug in die Türkei zu Hause mitgehört, wie ich meiner Frau von KidZania berichtete. »Im Grunde werden die Kinder dort für den Kapitalismus getrimmt«, sagte ich. Das ist keine Unterstellung, sondern das Konzept, das ein KidZania-Manager so beschreibt: »Bei uns können Marken mit Kindern arbeiten und so loyale Kunden der Zukunft schaffen.« – SZ-Magazin

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Es ist schon eindrucksvoll, wenn ein Mensch sich dazu aufrafft zu sagen: Ich habe wie ein Narr gelebt, aber nun hat es ein Ende damit, und ich will wie ein Mensch sterben. – William Morris

Unser Problem ist nicht, das zu produzieren, was der Konsument braucht, sondern den Konsumenten dazu zu bringen, alles zu verbrauchen, was produziert wird. Daher die blühende Werbung. Um den Höhlenmenschen oder den primitiven Indianern Appetit zu machen, brauchte es keine Werbung. Damit die Produktion aufrecht erhalten werden kann, ist es heute notwendig, den Menschen einzureden, daß sie einen schnelleren Wagen, mehr erotische Unterwäsche, mehr persönlichen Luxus haben müssen – lauter künstlich erzeugte Bedürfnisse. – André Maurois

Macht Besitz glücklich?

Es gibt eine Idee, die einst den wahren Weltkrieg in Bewegung setzen wird: Daß Gott den Menschen nicht als Konsumenten und Produzenten erschaffen hat. Daß das Lebensmittel nicht Lebenszweck sei. Daß der Magen dem Kopf nicht über den Kopf wachse. Daß das Leben nicht in der Ausschließlichkeit der Erwerbsinteressen begründet sei. Daß der Mensch in die Zeit gesetzt sei, um Zeit zu haben und nicht mit den Beinen irgendwo eher anzulangen als mit dem Herzen. – Karl Kraus

Und wenn Sie beim Konsumieren oder Verzichten gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Jeder Tag ist ein Baustein
für die Ruine oder Kathedrale meines Lebens.
Rudi Lehnert

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Hosea Hargrove – I Love My Life

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble,
the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love