Grenzgänger – Roman von Cormac McCarthy

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I’m not interested in writing short stories. Anything that doesn’t take years of your life and drive you to suicide hardly seems worth doing. – Cormac McCarthy

Wie ließe sich der Tag des freien Buches heute besser feiern als mit einem Buch?! Hier also der nächste Hochkaräter: der Roman „Grenzgänger“ von dem literarischen Schwergewicht Cormac McCarthy, von dem ich schon mehrere Romane gelesen und auch einige Filme gesehen habe, die auf seinen Romanen basieren.

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Wer schreibt? Cormac McCarthy, geboren 1933 in Rhode Island, aufgewachsen  in Knoxville, Tennessee, lebt zurückgezogen auf einer Ranch in New Mexico. Für sein literarisches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. erhielt er den Pulitzer-Preis für den apokalyptischen Roman „Die Straße“.

Worum geht’s? Billy Parham verfolgt eine Wölfin, die das Vieh seiner Familie gerissen hat. Als er zurückkehrt, findet er seine Eltern erschlagen und beraubt vor. Täter sind mexikanische Pferdediebe. Billy schwört Rache und nimmt mit seinem jüngeren Bruder die Verfolgung auf. Es beginnt ein Kampf um Leben und Tod …

Diese ersten 140 Seiten, die mit dem ersten großen Verlust, der ersten großen Niederlage im Leben des Sechzehnjährigen enden, lesen sich wie eine abgeschlossene Novelle, so meisterhaft erzählt, daß man sich nach der Lektüre kaum vorzustellen vermag, wie McCarthy die noch folgenden dreihundert Seiten gestalten will. Er löst das Problem auf beeindruckende Weise: In der Konstruktion des Romanganzen ist die zunächst so geschlossen wirkende Wolfs-Episode nur ein grandioses Vorspiel, das spätere Handlungselemente präfiguriert. In dem Bildungsroman, der McCarthys Buch auch ist, gehört die Wölfin zu Billys wichtigsten Lehrmeistern.

Es sind grausame Lektionen, denen Cormac McCarthy seine jungen Helden unterzieht. Sie geraten in Hinterhalte, Messerstechereien und mexikanische Gefängnisse, sie werden überfallen und verraten, ausgeraubt, betrogen, gefoltert und erschossen. Die Bilder der Gewalt und des Schreckens werden begleitet von kargen, lakonischen Dialogen, in denen jedes Wort dem Schweigen abgerungen scheint, sie wechseln mit Momenten großer Poesie, mit lyrischen Naturbeschreibungen und Szenen von drastischer, zumeist aber trockener und hintersinniger Komik. Die archaische Welt, die man von McCarthy schon kennt, wird im neuen Roman noch konsequenter und kraftvoller geschildert als im vorangegangenen Buch. Es ist eine Welt, in der die Bösen mehr wissen als die Guten, in der die Untat nicht bestraft und Güte nicht belohnt wird. Eine Welt, in der die Liebe der Verzweiflung entspringt und in Verzweiflung mündet, in der das Leben immer fremd bleibt und die einzige Wahrheit vom Tod verkündet wird. – FAZ

McCarthy ist bekannt für seinen unerschöpflichen Wortschatz. Die Sprache öffnet ihm ein Territorium, das es in allen Richtungen abzureiten gilt. Eine Wortschatzanalyse zeigte, dass es allein in seinem Roman „Suttree“ 4567 Vokabeln gibt, die in keinem anderen seiner Bücher vorkommen. – SZ

Cormac McCarthy, der den National Book Award und den Pulitzerpreis erhalten hat, meidet die Öffentlichkeit, er erscheint nicht zu seinen eigenen Preisverleihungen, lukrative Vortragsangebote lehnte er auch schon ab, als er sich noch als Automechaniker und Maurer durchschlug. Den Literaturbetrieb verachtet er, Lesungen aus eigenen Werken hält er für „Hurerei“, gerade mal drei Interviews hat er in seinem Leben gegeben, ein einziges davon im Fernsehen, bei Oprah Winfrey. McCarthy kommuniziert nur über seine Bücher mit dem Publikum. – SZ

Keiner schreibt so hinreißend über die schrecklichsten Taten, bei McCarthy gemahnen sie an heidnische Rituale, Blutopfer und schwarze Messen. McCarthys Sound ist der psalmodierende, schwere Gesang eines Wanderpredigers des Grauens. – SZ

Cormac McCarthy

Rudi über

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love