Pieta – Erbarmungslos düsteres Mutter-Sohn-Rache-Drama

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Die Geschichte der Menschheit macht zuweilen den Eindruck auf mich,
als ob sie der Traum eines Raubtiers wäre.
Friedrich Hebbel

Pieta gehört mit Sicherheit zu den Filmen, die die Geister spalten. Die einen werden schon bald verstört abschalten und versuchen, die bereits gesehenen Bilder zu vergessen, die anderen werden versuchen zu ergründen, was so viele Menschen beschädigt und zerstört und sie letztlich zu menschenfressenden Bestien macht, willkommener Nachschub für die vielen Terrororganisationen, die uns das Leben auf Erden derzeit zur Hölle machen. Als Psychologe interessiert mich nicht das lauwarm-langweilige bürgerliche Mittelmaß zwischen Schrebergarten und Reihenhäuschen, mich faszinieren eher die extremen Ausformungen der menschlichen Existenz, im Positiven wie im Negativen. Den positiven versuche ich begeistert nachzueifern, bei den negativen versuche ich zu ergründen, wie man diese katastrophale Entwicklung respektive diese grausame Bestie Mensch hätte verhindern können… 

Pieta ist also ein extrem harter und verstörender Film – genau wie L.A. Crash, City of God, Amores Perros, Training Day, A History of Violence, 11:14 elevenfourteen, American History XDie durch die Hölle gehen, Apocalypse Now und einige andere mehr. Aber gutes Kino ist nun mal kein Fastfood. Also nehmen Sie sich wieder etwas Zeit zum Kauen & Verdauen. Guten Appetit & Gute Verdauung! Und lassen Sie die Tür zur Toilette offen, sicher ist sicher…

„Pieta“ ist ein verstörendes Filmdrama des international gefeierten koreanischen Filmregisseurs Kim Ki-duk. Bekannt für die kontroverse Behandlung komplexer Themen und eine drastische, bis an die Grenzen des Zumutbaren gehende Filmsprache, erforscht Kim Ki-duk die dunklen, oft abseitigen Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen im Spannungsfeld zwischen Lust und Tod. Zu seinen herausragenden Arbeiten zählen „Seom – Die Insel“, „Bin-jip“ oder „Frühling, Sommer, Herbst und Winter … und Frühling“. „Pieta“ wurde 2012 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Der Film handelt von einem brutalen Schuldeneintreiber, der durch die Rückkehr seiner Mutter, die er nie gekannt hat, geläutert wird. Aber vor allem ist es ein Film darüber, wie die Finanziers der kapitalistischen Gesellschaft die Welt schlecht machen, und zwar weltweit. Das ist hässlich, und dem musste ich etwas entgegenhalten, um es erträglicher zu machen. „Pieta“ ist ja auch einfach das italienische Wort für Mitleid. Mein Film handelt von den Verlierern dieses Systems, den Zukurzgekommenen, die keine Lobby haben. Ich zeige die negativen Seiten des Kapitalismus und die Probleme, die das aufwirft und vor denen wir Angst haben sollten. Die Menschen heutzutage sind besessen von der Idee, dass Geld alle Probleme löst. Dabei ist das Geld selbst das Problem für die meisten Missstände. – Regisseur Kim Ki-duk im Interview mit der WELT

Kang-do ist Schuldeneintreiber, der säumigen Schuldner zu Krüppeln macht, um die Unfallversicherungssumme zu kassieren. Eines Tages begegnet er einer Frau, die behauptet, seine Mutter zu sein. Anfangs weist der junge Mann die geheimnisvolle Fremde schroff ab. Als er sie vergewaltigen will, wehrt sie sich weinend. Nach der Inzest-Attacke beginnt Kang-do ihr zu glauben, sie zieht bei ihm ein und bemuttert ihn. Die Fürsorge löst eine Art Läuterungsprozess aus, er gibt seine brutale Tätigkeit auf. Als die Frau plötzlich verschwindet, macht Kang-do bei seinem verzweifelten Rettungsversuch eine schockierende Entdeckung … – Amazon

Kim Ki-duk beschäftigen der Verfall der Welt, wie er sich in eindeutig sozialen und politischen Phänomenen manifestiert – Korruptheit, Verelendung, Wohlstandsgier -, und die Verfasstheit des Menschen – das, was man seine Natur nennen könnte, und was aus ihr wird, wenn gesellschaftliche Einflüsse sie von allen Seiten eindellen. – FAZ

Der gänsehautträchtige Schocker wird dabei zu einem gnadenlos kritischen Bild der bürgerlichen Gesellschaft. Kim Ki-duk beklagt damit, dass der derzeitige Turbokapitalismus alle menschlichen Werte, wie etwa moralische Aufrichtigkeit, an eine hemmungslose Profitgier verrät. Dafür gab es im September den Goldenen Löwen, den Hauptpreis des Internationalen Filmfestivals Venedig. – Focus

Mit seinem Schuld- und Sühnedrama „Pietà“ präsentiert sich der Koreaner Kim Ki-duk in Bestform. Mit kalter Folgerichtigkeit entrollt der Film einen Katalog menschlicher Hässlichkeit, der seltsamerweise nicht abstößt, sondern traurig macht. Es ist ein Blick ohne Hoffnung auf das Tier Mensch. Die grausame Pointe? Kang-do ist anfangs der Einzige, der nicht leidet. Erst als aus dem Monster ein Mensch wird, ist es damit vorbei. Denn was die Frau auslöst, führt nicht zur Heilung. Kang-do war blind, jetzt ist er es nicht mehr. Was er aber sieht, ist nicht zu ertragen. – ZEIT

Fazit: Pieta ist ein verstörendes und durch und durch düsteres Stück Film, in gewohnter Kim-ki duk Manier. Man taucht in die Welt des Sünders Kang-do, angewidert und fasziniert zugleich verfolgt man seine Läuterung. Dabei reiht sich eine Graumsamkeit an die andere, von roher Gewalt über Selbstverstümmelung bis hin zu Inzest. Doch Hinsehen zahlt sich hier aus, denn Pieta ist reich an Bedeutungsebenen. Definitiv kein Popcornkino, eher eine Herausforderung von einem Film, der die Abgründe des Menschen nicht nur nicht scheut, sondern die Auseinandersetzung mit dem moralisch Verwerflichen begrüßt. – Filmering.at

Fazit: Kim Ki-Duk ist zurück: Der koreanische Regie-Berserker versetzt seinem Publikum mit „Pieta“ einen wuchtigen Schlag in die Magengrube und zeigt, dass mit ihm nach wie vor zu rechnen ist – auch wenn es weh tut. – Filmstarts

Nichts in meinen Filmen
ist so grausam wie George W. Bush.
Kim Ki-duk

Pieta

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love