Rudis neues Wörterbuch : Binge Watching

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Fernsehen ist Kaugummi für die Augen.
Orson Welles

Komasaufen kennen einige aus eigener Erfahrung, andere aus den Medien. Binge Watching kennen viele auch aus eigener Erfahrung: Komaglotzen bis das Hirn wegschmilzt. Früher: Andere Länder, andere Sitten. Heute: Neue Sitten, neue Wörter. Deren Bedeutung uns wie immer Wikipedia hervorragend erklärt:

Unter Binge Watching, auch Komaglotzen oder geläufiger Film- oder Serienmarathon genannt, wird das Schauen von mehreren Folgen oder Staffeln einer Serie am Stück verstanden. Hierbei handelt es sich um einen kulturellen Trend, welcher insbesondere durch die steigende Popularität und Verfügbarkeit von Video-on-Demand-Angeboten begünstigt wird. Dadurch ist es dem Zuschauer möglich, Videomaterial jederzeit auf Anfrage über einen Stream anzuschauen. – Wikipedia

Dieser Stream heißt meist Netflix. Die ZEIT meint, wir müßten Von Netflix lernen. Meine ich nicht. Ich lerne lieber von Nietzsche, Schopenhauer, Sarte, Bloch, Popper, Wittgenstein und Geistern ähnlichen Kalibers. Und Sie?

Die Sender haben verstanden, dass sie mehrgleisig fahren müssen, denn die klassischen Mattscheibenzuschauer sind eine aussterbende Gruppe. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die entweder gar keinen Fernseher haben oder diesen nur noch als Bildschirm für ihr selbst gewähltes Streaming-Programm nutzen.

Das ZDF tritt nun die Flucht nach vorn an und stellt ab dem 6. Februar eine komplette Serie bereits zwei Wochen vor der regulären TV-Ausstrahlung ins Netz: den Sechsteiler Schuld nach dem gleichnamigen Buch des Strafverteidigers Ferdinand von Schirach. Das ist ein Novum in der Geschichte des Senders.

Nun wirft man in Mainz ganz selbstverständlich mit Begriffen wie binge watching (das unterbrechungslose Schauen einer kompletten Serie) um sich. Kommerzialisiert hatte dieses Prinzip das Portal Netflix, das mit House of Cards 2013 erstmals eine eigens produzierte Serie im Paket online stellte und somit den Kunstgriff des Cliffhangers ad absurdum führte. – ZEIT

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Trautes Heim, Glück allein, das ist die Gefahr, mit Götzen wie Fernsehen,
Kühlschrank dazu, sein Gesicht zu verringern.
Ernst Bloch

Zum einen bin ich absolut kein Serien-Fan. Wenn viele Regisseure es schon nicht schaffen, einen neunzigminütigen Kinofilm mit reichlich Sinn und Spannung zu füllen, was machen sie dann erst aus 10 Episoden à 60 Minuten? Sie sondern ziemlichen Schwachsinn, jämmerliche Wiederholungen und mörderische Langeweile ab. Hat man eine Folge gesehen, hat man alle gesehen. Déja vu. Nichts für mich. Für Sie?

P.S.: Unglaublich, aber leider wahr: Die Seifenoper Lindenstraße bringt es von 1985 bis heute auf 1.517 Folgen, Stand 1.2.2015, and counting… Armes Deutschland, seichte Deutsche. Das Volk der Dichter & Denker? Nicht doch.

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Funny Van Dannen – Mein Volk

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Fernsehen bildet. Immer, wenn der Fernseher an ist,
gehe ich in ein anderes Zimmer und lese.
Groucho Marx

Zum anderen gibt’s für mich auch noch ein Leben jenseits der Glotze. Ich lese nämlich liebend gern gute Bücher und gehe auch sehr gerne spazieren und streame mir dabei starke Audiobooks durchs Ohr direkt ins Hirn. Erfreut das Herz und belebt den Geist, im Gegensatz zum meist allzu seichten Fernsehen. Gäbe es nicht 3sat & Arte, die Verzweiflung wäre total.

Rudis neues Wörterbuch

Und wenn Sie beim Lernen neuer Wörter gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Curtis Salgado – I Sleep With The TV On

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love