Die Beschissenheit der Dinge – Skurrile Tragikomödie

Die-Beschissenheit-der-Dinge_440x255

Gott schuf den Tag, und wir schleppten uns hindurch.

Die Beschissenheit der Dinge

Wer sieht sich Filme mit solch beschissenen Titeln an? Ich. Und Sie sollten es auch tun. Oder lassen Sie sich etwa von einem Weinnamen wie Affentaler davon abhalten, die Flasche zu leeren? Gute Weine, reichlich eingeschenkt, machen Sie letztlich zum Affen. Gute Filme, reichlich genossen, machen Sie schließlich zum Cineasten.

Das Leben ging weiter, das ist das Schwierige daran.

„Die Beschissenheit der Dinge“ des flämisch-belgischen Romanciers Dimitri Verhulst ist ein veritabler Schelmenroman: eine Hochzeit aus Drastik, Komik und Klugheit, die radikale Humanität ausmachen. Kein Lacher bleibt einem beim Lesen im Hals stecken. Manche allerdings sind so erkenntnissatt, dass sie einem auf Tränenbächlein die Kehle hinunterflutschen. – DR Kultur

„Das Leben ging weiter, das ist das Schwierige daran.“ Eine äußerst lakonische Geschichte vom Erwachsenwerden ist „Die Beschissenheit der Dinge“, und während Felix Van Groeningens Film äußerlich wie Sozialrealismus tut, feiert er dann doch vor allem das pralle Leben, wie es sich in den Kneipen und Betten seines Landes vielleicht abspielen mag, dort in den Häusern am Bahndamm. – Critic

Auf den ersten Blick scheint van Groeningens Verfilmung von Dimitri Verhulsts gleichnamigem autobiografischen Roman all denen noch mehr Munition zu liefern, die sowieso schon gegen die Faulheit und Verkommenheit der – wie es heute so zynisch heißt – ‚bildungsfernen Schichten‘ polemisieren. Doch dieser Eindruck täuscht. Der dritte Film des 1977 in Gent geborenen flämischen Regisseurs ist vielmehr ein Gegenentwurf zu all den Reality-TV- und Doku-Fiktion-Formaten, die das trostlose Leben der von der bürgerlichen Gesellschaft Aussortierten noch einmal medial ausbeuten und schamlos die Sensationsgier derer befriedigen, denen es vermeintlich noch etwas besser geht.

Er trifft den Look und die Stimmung dieser Zeit so perfekt, dass es fast schon unheimlich ist. Aber bei aller Schonungslosigkeit, mit der er die Abgründe und die Abscheulichkeiten jener Jahre vor seinem Publikum ausbreitet, ein liebevoller Grundton schwingt in jeder Einstellung mit. Felix van Groeningen macht weder der Zeit noch seinen Figuren den Prozess. Er klagt sie nicht an und gibt sie auch nicht der Lächerlichkeit preis. Das Hässliche, das Schmutzige und das Gemeine, von dem er erzählt, sind Facetten des menschlichen Wesens. Sie können einen traurig machen (und sollten es auch), aber das ist noch lange kein Grund für die Herablassung oder gar Verachtung, die so typisch sind für all die Fernsehsendungen, die Menschen wie die Strobbes gleichsam ausstellen, als seien sie Tiere im Zoo.  – Filmstarts

Der belgische Regisseur Felix van Groeningen hat für seine Verfilmung einen eindringlichen Ton gefunden, angesiedelt zwischen dem alkoholgeschwängerten Realismus Charles Bukowskis, der Verliererpoesie Aki Kaurismäkis und dem derben, anarchischen Humor der niederländischen Prollkomödie „Die Flodders“. Er nähert sich seinen Figuren, die zwischen Komik, Tragik und Ekel changieren, angenehm unironisch, mit gnadenlosem und doch liebevollem Blick. „Die Beschissenheit der Dinge“ ist dabei kein mitleidtriefendes Sozialdrama und trotz aller Groteske keine sensationsgierige Freakshow. Van Groeningen zeigt seine Protagonisten ungeschönt – ohne sie auszustellen. – Spiegel

„Die Beschissenheit der Dinge“ ist alles andere als massentaugliche Unterhaltung und es ist noch nicht einmal völlig klar, was diese Geschichte, über die autobiografische Aufarbeitung der Kindheit des Autors und Erzählers hinaus, genau beabsichtigt. Und dennoch gibt es Facetten an dieser Sozialgroteske, die unweigerlich fesseln; auch wenn es mitunter die Faszination am Grässlichen sein könnte. In diesen Augenblicken scheint sich die regelrecht fatalistische Botschaft des Films zu formulieren: dass man den Menschen möglicherweise aus der Gosse bekommt, aber die Gosse nicht immer auch zwangsläufig aus dem Menschen. – MovieMaze

Gemeinsam mit dem Autoren des autobiographischen Romans hat Felix van Groeningen ein schrecklich schönes, sehr zärtliches und wüstes Werk gedreht, das hoffentlich auch den Weg in die deutschen Kinos finden wird. Denn neben dem Lachen und dem Entsetzen über eine Jugend wie diese macht der Film vor allem Mut. Mut, es trotz aller schlimmen Erlebnisse immer wieder aufs Neue zu versuchen, doch noch aus seinem Leben das Beste zu machen.  – Kino-Zeit

Die Beschissenheit der Dinge

Bitte besuchen Sie : Rudis Filmpalast : Herzlich Willkommen

Banner-Aimersoft-DRM-Media-Converter_468x66.jpg

Gelesen 6840 mal von 1330 Besuchern

Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love