Schopenhauer oder Die Erfindung der Altersweisheit

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Arthur Schopenhauer 22.2.1788 – 21.9.1860

Der Philosoph & Schriftsteller Otto A. Böhmer hat ein wunderbar lehrreiches Buch geschrieben: Schopenhauer oder Die Erfindung der Altersweisheit. Sie erfahren darin einerseits viel über den von mir sehr geschätzten Philosophen Arthur Schopenhauer, andererseits lehrt uns Schopenhauer selbst in oft drastischen Sätzen, wie wir sinnvoll und in Würde leben und altern sollen. Hier ein paar Kostpröbchen, die fett gedruckten Überschriften sind von mir:

Besinnungslose Uhrwerke

Es ist wirklich unglaublich, wie nichtssagend und bedeutungsleer, von innen empfunden, das Leben der allermeisten Menschen dahinfließt. Es ist ein mattes Sehnen und Quälen, ein träumerisches Taumeln durch die vier Lebensalter hindurch zum Tode, unter Begleitung einer Reihe trivialer Gedanken. Sie gleichen Uhrwerken, welche aufgezogen werden und gehen, ohne zu wissen warum; und jedesmal, daß ein Mensch gezeugt und geboren worden, ist die Uhr des Menschenlebens aufs neue aufgezogen, um jetzt ihr schon zahllose Male abgespieltes abgespieltes Leierstück abermals zu wiederholen, Satz vor Satz und Takt vor Takt, mit unbedeutenden Variationen.

Die Gegenwart genießen

Die Gegenwart zu genießen und dies zum Zweck seines Lebens zu machen, ist die größte Weisheit (denn sie ist das allein Reale, alles andere ist imaginär), und es ist die größte Torheit, denn was im nächsten Augenblick nicht mehr ist, was so ganz verschwindet wie ein Traum, hat keinen Wert. Jedem Vorgang unseres Lebens gehört nur auf einen Augenblick das Ist, sodann für endlose Zeit nur das War. Jeden Abend sind wir um einen Tag ärmer.

Jugend & Alter

Die Heiterkeit und der Lebensmut unserer Jugend beruht zum Teil darauf, daß wir bergauf gehend, den Tod nicht sehen, weil er am Fuß der anderen Seite des Berges liegt. Haben wir aber den Gipfel überschritten, dann werden wir den Tod, welchen wir bis dahin nur vom Hörensagen kannten, wirklich ansichtig, wodurch, da zu derselben Zeit die Lebenskraft zu ebben beginnt, auch der Lebensmut sinkt; so daß jetzt ein trüber Ernst den jugendlichen Übermut verdrängt und auch dem Gesichte sich aufdrückt.

Solange wir jung sind, man mag uns sagen, was man will, halten wir das Leben für endlos und gehen danach mit der Zeit um. Je älter wir werden, desto mehr ökonomisieren wir unsere Zeit. Denn im spätern Alter erregt jeder verlebte Tag eine Empfindung, welche der verwandt ist, die bei jedem Schritt ein zum Hochgericht geführter Delinquent hat. Vom Standpunkte der Jugend aus gesehn, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkte des Alters aus eine sehr kurze Vergangenheit.

Man muß alt geworden sein, also lange gelebt haben, um zu erkennen, wie kurz das Leben ist.

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Das Beste vom Tage: nach dem Auskleiden, im Schlafrock,
bei brennender Ofen-Lampe: gute Lektüre.
Thomas Mann

Leben lernen @ Eisbrecher-Bibliothek

Arthur Schopenhauer

Rudi liest & hört

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Und wenn Sie beim Schmökern gerne gute Musik hören, Bluesdiary hat den Soundtrack dazu.

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Hans Theessink – Sail On

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love