Totensonntag : Dieser Mensch war ich

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Popa Chubby – Time Is Killing Me

Passend zum heutigen Totensonntag habe ich diese Buchempfehlung für Sie: Dieser Mensch war ich – Nachrufe auf das eigene Leben von Christiane zu Salm. Gehört definitiv zum Besten, was ich je über Leben & Tod gelesen habe. Pflichtlektüre für jedermann!

Wo ist bloß die Zeit hin, und was haben wir denn all die Jahre gemacht, in denen wir unsere Träume geträumt haben, statt sie zu leben? Ich könnte verzweifeln. Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, habe ich das Gefühl, nur auf diese Träume zurückzublicken. Ich hätte es mehr anpacken sollen, das Leben. – Ulrike Pötzsch, 53 Jahre, Brustkrebs, verstorben im Juli 201*

Gewöhnlich stehen wir im Leben mit beiden Füßen in der Gegenwart und sehen erwartungs- und hoffnungsvoll  in die Zukunft. Christiane zu Salm kehrt diese optimistische Perspektive um radikale 180 Grad um und läßt Sterbende vom unverrückbaren Ende aus auf ihr Leben zurückblicken.

Dies ist kein Buch über das Sterben, sondern ein Buch über das Leben. Das Leben wird hier allerdings von seinem Ende her betrachtet: Es ist eine Betrachtung des Lebens aus der Perspektive des Sterbens. Ich stelle mir den Tod nicht selten als ein Destillationsgefäß vor, mit dessen Hilfe man gedanklich das herauskristallisieren kann, was am Ende eigentlich bleibt. Oben fließt eine große Menge Leben rein, unten tropft das Destillat heraus: die Quintessenz dieses einen abgelaufenen Lebens. Das Wesentliche halt.

Wir lesen täglich Todesanzeigen in den Zeitungen. Unter dem Namen des Verstorbenen stehen Geburts- und Sterbedatum sowie die Namen der Angehörigen und Freunde. Dazu fast immer noch ein Spruch, eine Weisheit, mal ein Zitat aus der Bibel. Manchmal finden sich auch Zusätze wie»plötzlich und unerwartet« oder »nach langem Leiden«. Mehr nicht. Was der Leser hier erfährt, sagt fast nichts über den Verstorbenen aus. Dieser verschwindet zwischen Feuilleton und Wirtschaftsteil. Doch was für ein Leben ist hier zu Ende gegangen? War es ein erfolgreiches, ein glückliches oder ein unzufriedenes, gescheitertes? Wusste dieser Mensch, wie es geht, das Leben?

Die ehrenamtliche Sterbebegleiterin Christiane zu Salm hat ganz normale Menschen auf dem Sterbebett nach ihrem persönlichen Resümee gefragt. Direkt, unmittelbar und mit ergreifender Ehrlichkeit blicken diese Menschen auf ihr Leben zurück.

Sie fühlen sich jung und dynamisch und glauben Ihnen bliebe noch viel viel Zeit zum Leben? Das kann ein gewaltiger Irrtum sein, wie uns Alfred Polgar mit seiner melancholisch-mahnenden Erzählung Letzter Spaziergang belehrt.

Wer dachte da ans Sterben? Am allerwenigsten die Frau, mit dem Freund durch den geliebten kleinen Garten schlendernd. Ruhelos lief ihr Auge über Haus und See und Wiese, nur ja keinen Zug, keine Linie des vertrauten Bildes ungestreichelt zu lassen, wie einem geliebten Menschen übers Haar, streifte ihre Hand über das Laub der Bäume. Ihr Herz fühlte: Leben! Und fühlte es als grenzenlosen Reichtum, der Lust machte, zu verschwenden. Aber wie bettelarm war sie schon, wie nahe dem Nichts! Sie sprach von nächster Zeit und wußte nicht, daß sie keine mehr hatte.

Letzter Spaziergang – ebenfalls Pflichtlektüre für jeden, der sein Leben liebt!

Jeder Tag, den du morgens betrittst, ist heiliger Grund.
Mach keine Müllkippe draus.
Rudi Lehnert

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Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt –
die meisten Menschen existieren nur.
Oscar Wilde

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Hosea Hargrove – I Love My Life

Und wenn Sie am Totensonntag gerne traurige Musik hören, Bluesdiary hat auch hierzu den Soundtrack.

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Nichts ist gewisser als der Tod, nichts ungewisser als seine Stunde.
Anselm von Canterbury

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Bonnie Prince Billy – Death To Everyone

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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The Blues is the roots and the rest are the fruits.
Willie Dixon

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love