Muße – Vom Glück des Nichtstuns

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Letzte Woche stellte uns der Wissenschaftsjournalist Alex Rühle die Diagnose: Hemmungslose Beschleunigung und Internetabhängigkeit sind die (bedenklichen) Zeichen der Zeit. Und er versuchte sich auch gleich als Therapeut in eigener Sache: Ohne Netz – Mein halbes Jahr offline heißt das Hörbuch, das Sie sich inzwischen hoffentlich auch reingezogen haben.

Mit Worten statt Pillen versucht uns auch der Wissenschaftspublizist Ulrich Schnabel von der Hetze und Rastlosigkeit zu kurieren: “Muße – Vom Glück des Nichtstuns” heißt sein Buch, das Sie unbedingt auf Ihre Sommerlektüre-Liste setzen sollten. Und wenn Sie schon dabei sind: Anleitung zum Müßiggang von Tom Hodgkinson gehört auch auf Ihre Leseliste!

Leseprobe aus dem Kapitel Die Droge Information (ab Seite 58):

Schon gibt es – wie für Alkoholiker oder Junkies – ein Zwölf-Punkte-Programm zur Entwöhnung für E-Mail-Süchtige. Denn auch sie leiden unter Entzugserscheinungen. Manche stehlen sich bei einem geselligen Abend heimlich vor die Tür, um ihre E-Mails zu checken; andere lassen beim Gang in die Sauna den Blackberry in die Tasche des Bademantels gleiten. Schätzungen gehen davon aus, dass sechs bis acht Prozent aller Internetnutzer stark suchtgefährdet oder internetsüchtig sind und dass mehr als zwanzig Prozent »zwanghaft« mit ihren Mails umgehen.

Die meisten Menschen haben zwar gelernt, unpersönliche Masseninformation aus Zeitungen, Fernsehen oder Werbung auch mal auszublenden. Doch direkt an uns adressierte Botschaften zu ignorieren, fällt sehr viel schwerer. Früher sahen sich mit diesem Problem nur Prominente konfrontiert. Nun müssen wir alle die richtige »Informationshygiene« lernen.

Der erste Schritt zur Informationssouveränität ist die richtige »Netikette« in Bezug auf eigene E-Mails. Man kann sich ein Beispiel an dem IBM-Forschungsmanager Dan Russell nehmen, der eines Tages merkte, dass er zum Sklaven seiner E-Mails zu werden drohte, und an alle ausgehenden Nachrichten den Aufruf anhängte: »Schließe Dich der Slow-E-Mail-Bewegung an! Lies E-Mails  nur noch zweimal am Tag! Hol Dir Deine Lebenszeit zurück und lerne wieder zu träumen!«

Wenn einer allein träumt, bleibt es ein Traum.
Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit.
Bischof Dom Helder Camara, Brasilien

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Neil Young – Dreamin‘ Man

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Das Beste vom Tage: nach dem Auskleiden, im Schlafrock,
bei brennender Ofen-Lampe: gute Lektüre.
Thomas Mann

Leben lernen @ Eisbrecher-Bibliothek

Ulrich Schnabel

Rudi liest & hört

Lesen & Hören mit Software & Webware

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Solomon Burke – Only A Dream – R.I.P.

Best Blues @ Bluesdiary

When you’re in trouble, the Blues is the man’s best friend.
Otis Spann

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love