Die Straße – Roman von Cormac McCarthy

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Der Roman „Die Straße“ von Cormac McCarthy gehört zu den düstersten Büchern, die ich je gelesen habe. Und das will was heißen, denn ich bin 63 und habe in meinem langen kurzen Leben sehr viel gelesen. Der Film No Country for Old Men nach dem gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy ist schon düster genug, aber mit „Die Straße“ setzt McCarthy dem noch eins drauf. Das liest sich dann so:

Sie gingen weiter. Nachts, in der schwarzen, eiskalten Einöde erwachte er nun zuweilen aus zartkolorierten Welten von menschlicher Liebe, Vogelgesang und Sonne.

Er legte die Stirn auf die an der Haltestange des Wagens verschränkten Arme und hustete. Er spuckte blutigen Schleim. Immer öfter musste er nun anhalten und ausruhen. Der Junge sah ihm zu. In einer anderen Welt hätte das Kind schon begonnen, ihn aus seinem Leben zu streichen. Aber der Junge hatte kein sonstiges Leben. Der Mann wusste, dass der Junge nachts wach lag und darauf horchte, ob er noch atmete.

Ungezählt und unverzeichnet schleppten sich die Tage dahin. Auf dem Highway in der Ferne lange Schlangen verkohlter und rostender Autos. Die nackten Felgen als geschwärzte Metallringe in einem steifen grauen Brei aus geschmolzenem Gummi sitzend. Die verbrannten Leiber auf Kindergröße geschrumpft und an die bloßliegenden Federn der Sitze gelehnt. Zehntausend Träume in ihren verschmorten Herzen begraben. Sie gingen weiter. Nahmen die tote Welt unter die Füße wie Ratten in einem Rad. Die Nächte totenstill und totschwarz. So kalt. Sie redeten kaum noch. Er hustete unentwegt, und der Junge sah zu, wie er Blut spuckte. Sich dahin-schleppte. Schmutzig, zerlumpt, hoffnungslos.

So oder ähnlich könnte die Welt aussehen, wenn uns das nächste Atomkraftwerk um die Ohren fliegt. Ich kann nur hoffen, daß ich bis dahin abgetreten bin…

Die Welt nach dem Ende der Welt. Ein Mann und ein Kind schleppen sich durch ein verbranntes Amerika. Nichts bewegt sich in der zerstörten Landschaft, nur die Asche im Wind. Es ist eiskalt, der Schnee grau. Sie haben nur noch ihre Kleider am Leib, einen Einkaufswagen mit der nötigsten Habe – und einen Revolver mit zwei Schuss Munition. Ihr Ziel ist die Küste, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Ihre Geschichte ist eine düstere Parabel auf das Leben, und sie erzählt von der herzzerreißenden Liebe eines Vaters zu seinem Sohn. Für diesen Roman wurde Cormac McCarthy 2007 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Cormac McCarthy

Große Literatur hat sich stets auch der großen Grausamkeiten dieser Welt angenommen, der Gewalt und des Elends. Doch immer, fast immer hat sie ihren Lesern zugleich Trost gespendet. Die Romane Cormac McCarthys sind absolut ohne jeden Trost. Was der im texanischen El Paso lebende Amerikaner seinen Lesern an Tristesse und Bitternis zumutet, ist kaum zu überbieten. – Spiegel

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love