Amoklauf in Finnland – 10 Tote

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Amoklauf in Finnland – Jahrelang geplant – so und ähnlich titeln derzeit die Print- und Internet-Gazetten. Was ist passiert? Wieder einmal hat ein 22-jähriger Schüler geglaubt, 8 Mitschüler und 2 Lehrer dafür büßen lassen zu müssen, was sie ihm möglicherweise angetan haben. Leider nichts Neues unter der Sonne.

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Robert Long – In der Sonne

Die Amis und die Finnen bewaffnen sich gerne bis an die Zähne. Wovor haben sie Angst? Vor sich selbst? Zu Recht, wie es scheint. Wie auch immer. Wer das tut, nimmt – wie es im deutschen Strafrecht so treffend heißt – „billigend in Kauf“, daß er selbst dabei drauf geht. Was einmal mehr bewiesen wurde. Und einmal mehr wird dieser Beweis keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen, weil die internationale Waffenlobby ein Schweinegeld mit ihrem dreckigen blutigen Handwerk verdient und unzählige korrupte Politiker daran mitverdienen läßt.

Okay, was habe ich noch dazu zu sagen? Ein Artikel wie dieser hier läßt sich aus sehr unterschiedlichen Blickrichtungen und Gefühlshaltungen angehen: mitleidig, verständig, unverständig, versöhnlich, empört, haßerfüllt, weinerlich, kämpferisch, vernünftig, gefühlsmäßig usw. usf. Keine Ahnung, wie ich ihn angehe, hören Sie einfach zu oder klicken Sie weiter.

Eine interviewte Frau sagte sehr richtig ins Mikrofon: Die Eltern müßten jetzt endlich mal in den Spiegel sehen und sich fragen, was sie von ihren Kindern eigentlich wissen. Nur die Eltern? Das ist verdammt zu kurz gegriffen. Auf allen Kanälen sind Psychologen derzeit wieder mal begehrte Gesprächspartner. Sie sollen wie immer das Unerklärliche erklären. Und unisono verkünden sie wieder mal: „Massenmörder fallen nicht vom Himmel.“ Mit dem „Sie werden gemacht!“ tun sie sich dann schon wesentlich schwerer, ich nehme an, sie akzeptieren mehr oder weniger willig die Maulkörbe, die die Sendeanstalten ihnen verpassen. Nun gut, ich trage hier keinen Maulkorb und kann also kräftig zubeißen.

Wen? „Die Gesellschaft“? Nicht doch. Wer ist das? „Das Verbrechen hat Namen und Anschrift“, wußte schon Bertolt Brecht. Aber bis heute vermeiden es die Menschen, Ross und Reiter zu nennen, wenn’s um Sauereien ohnegleichen geht. Ich tu’s trotzdem. Jämmerlich versagt hat hier der finnische Staat mit seiner ach so „liberalen“ = mörderischen Waffengesetzgebung, jämmerlich versagt haben die eigenen Eltern, die Pauker und Pfaffen, denen das Leben des Matti Saari zur „Erziehung“ anvertraut war.

Ich kenne diese jämmerlichen „Erzieher“ leider bis zum Erbrechen. Ich war ihnen selbst etwa fünfzehn Jahre lang in Grundschulen und Gymnasien mehr oder weniger hilflos ausgeliefert. Ich weiß aus eigener schmerzhafter Erfahrung, was sie einem jungen Menschen antun können. Um zu überleben, verweigerte ich mich allen. Nur ganze zwei Lehrer am Gymnasium hatten Zugang zu mir und meiner Seele: das waren mein Deutsch-Lehrer Kusche (ein Vollblut-Grieche im Herzen und Humanist erster Güte) und meine Mathematik-Lehrerin und stellvertretende Direktorin „Lina“ (nur so nannten wir sie, mit Nachnamen hieß sie Müller). Eine mehr als traurige Bilanz für 15 Jahre schulische „Erziehung“. Ich denke bis heute an diese aufoktroyierten „Erzieher“ mit Abscheu und Entsetzen zurück. Daß sie selbst nicht zu leben und nichts vom Leben verstanden, war eine Sache. Daß sie aber mit ihrer pädagogischen Inkompetenz das Leben unzähliger junger Menschen ruinierten, war eine ganz andere Sache. Ralf zum Beispiel (er saß in der Oberstufe neben mir) erhängte sich sofort nach dem Abitur.

Um’s ein wenig abzukürzen: Bevor ein Mensch zum Mörder wird, wird er selbst ermordet. Von den eigenen Eltern, von Paukern und Pfaffen. Aber welcher Mörder nennt sein blutiges Handwerk schon gerne beim Namen: Mord. Der englische Psychiater David Cooper hat den Mut dazu und tut’s:

Normalität wird erzeugt durch die primäre Sozialisation des Kindes. In der Praxis ähnelt das „Aufziehen“ eines Kindes eher dem Abbau seiner Persönlichkeit. Dasselbe gilt für seine Weiterentwicklung: der Mensch wird aus sich heraus und von sich fortgeführt. — David Cooper

Was dabei herauskommt: Matti Saari. Matti Saari ist tot. Das Problem ist damit nicht gelöst und die Zeitbombe ist keineswegs entschärft, sie tickt munter weiter. Matti Haari hat sein Massaker offenbar lange sechs Jahre lang unentdeckt vorbereitet. Wer ist jetzt wohl gerade im ersten, zweiten, dritten … letzten Jahr der Vorbereitung?

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Solomon Burke – Cruel World

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love