2. Todestag meines Vaters
Nov 6th, 2007 by Rudi
Meine Eltern im April 2004
Tindersticks - Dying Slowly
Hier habe ich meine Eltern im April 2004 vor ihrem Haus fotografiert. Da wußte ich noch nicht, daß mein Vater nur noch achtzehn Monate und meine Mutter nur noch zwei Jahre leben durften. Hätte ich’s gewußt, hätte das etwas geändert? Ja und nein. Nein, weil ich mich ihnen gegenüber nicht anders verhalten hätte, ich habe beide geliebt und geehrt und bin respektvoll mit ihnen umgegangen. Ja, weil ich dann schon zwei Jahre früher ans Kreuz geschlagen worden wäre und zwei Jahre länger Schmerzen hätte aushalten müssen, denen ich mich bis heute kaum gewachsen fühle.
Der Serienkiller Tod hat nicht nur das Leben meiner Eltern ausgelöscht, er hat im 90-Tage-Takt fast meine gesamte Familie ermordet und eine breite Schneise der Verzweiflung und Verwüstung in mein Leben geschlagen. In nur eineinhalb Jahren hat er gleich sechs mir liebe Menschen für immer vernichtet. Ich trauere (nicht nur heute) um meinen Vater, meine Mutter, meine Tante, um Reiner, meinen Freund und Rechtsanwalt, um meinen Vetter Willi, und um Herbert, den Vater meiner Schwägerin Angelika.
! Memento !
Florentine Pawlitza 25.6.1930 - 23.7.2005
Rudolf Lehnert 17.8.1920 - 6.11.2005
Julie Lehnert 25.4.1923 - 28.4.2006
Reinhardt Hartmann 17.12.1948 - 5.5.2006
Willi Lehnert 4.8.1949 - 5.10.2006
Herbert Volkmer 26.11.1935 - 10.3.2007
! Ich werde euch nie vergessen !
“Niemand, den man liebt, ist jemals tot.”
Ernest Hemingway
Tindersticks - Dying Slowly
I’ve got memories
I keep them away from me
They won’t behave
Won’t be what I want them to be
I’ve seen it all and it’s all done
I’ve been with everyone and no one
So many squandered moments
So much wasted time
So busy chasing dreams
I left myself behind
I’ve seen it all and it’s all done
I’ve been with everyone and no one
So this dying slowly
It seemed better than shooting myself
This dying slowly
It seemed better than shooting myself
These worms, darling
They’re nibbling away at me
They go at it when I’m sleeping
Won’t let me get to my feet
I’ve seen it all and it’s all done
I’ve been with everyone and no one
So this dying slowly
It seemed better than shooting myself
This dying slowly
It seemed better than shooting -
If I could find the words to explain this feeling
I would shout them out
If I could find out all this, what’s inside me
I would shout it out
So this dying slowly
It seemed better than shooting myself
This dying slowly
It seemed better than shouting it out
I make some coffee
Pull on that new pair of pants
I can get so far
The feeling just falls away
I’ve seen it all and it’s all done
I’ve been with everyone and no one
I’m just tired, baby
I just need to lay down
I’m just tired, darling
I just need to lay down
I’m just tired, baby
I just need to lay down
I’m just tired, darling
I just need to lay down
I’m just tired, darling
Tindersticks @ Eisbrecher-Jukebox
The Way o Life
Wir ordnen’s, es zerfällt.
Wir ordnen’s wieder - und zerfallen selbst.
Rainer Maria Rilke
… wir werden erwartet …
Sobald wir anfangen zu leben, drückt oben das Schicksal den Pfeil des Todes aus der Ewigkeit ab - er fliegt solange als wir atmen, und wenn er ankommt, hören wir auf. “O, stürben wir doch auch so alt und lebenssatt wie unser Jubel-Greis!” sagen dann diejenigen, deren Pfeile noch fliegen.
Jean Paul
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