Tantes 2. Todestag

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Vorher – Meine Tante – Nachher
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Heute ist meine Tante zwei Jahren tot. Körperlich. Ihre Seele lebt in mir weiter. Und meine Tante war sie auch nur auf dem Papier. Sie war meine zweite Mutter. Nicht weil ich eine Rabenmutter gehabt hätte, sondern weil meine Mutter nach dem Krieg hart arbeiten mußte, um die Familie durchzubringen. Also war ich oft und gerne bei meiner Tante, der Schwester meiner Mutter, und meinen Großeltern mütterlicherseits. Allesamt feine und großartige Menschen, wie man sie auf dieser Welt leider viel zu selten antrifft. Sie haben mir u.a. beigebracht, was Liebe ist: allgegenwärtig und bedingungslos. Sie sind alle tot – und leben in mir weiter.

Nick Cave – Death Is Not The End

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„Niemand, den man liebt, ist jemals tot.“

Ernest Hemingway

! Memento !

Florentine Pawlitza 25.6.1930 – 23.7.2005
Rudolf Lehnert 17.8.1920 – 6.11.2005
Julie Lehnert 25.4.1923 – 28.4.2006
Reinhardt Hartmann 17.12.1948 – 5.5.2006
Willi Lehnert 4.8.1949 – 5.10.2006
Herbert Volkmer 26.11.1935 – 10.3.2007

! Ich werde euch nie vergessen !

Der Serienkiller Tod hat nicht nur das Leben meiner Tante ausgelöscht. In nur 18 Monaten hat er gleich sechs mir liebe Menschen vernichtet. Ich trauere (nicht nur heute) um meine Tante, meine Mutter, meinen Vater, um Reiner, meinen Freund und Rechtsanwalt, um meinen Vetter Willi, und um Herbert, den Vater meiner Schwägerin Angelika. Alle 90 Tage schlägt der Killer Tod erbarmungslos eine Schneise der Verzweiflung und Verwüstung in mein Leben.

Schwermut

Der Himmel, schwer wie eines Deckels Last,
Sinkt auf die Seele voll verhaltenem Weinen,
Bleiern und dumpf hält er das All umfasst,
Trüber als Nacht will uns der Tag erscheinen.

Es wandelt sich die Welt zum finstern Haus,
Zum feuchten Kerker voller Angst und Schauer,
Und flatternd, scheu wie eine Fledermaus
Rennt Hoffnung sinnlos gegen Wand und Mauer.

Der müde Regen, der die Welt umfängt,
Spannt um das Haus die engen Gitterstäbe,
Verwünschtes Ungeziefer kommt und hängt
In unser Hirn die grauen Spinngewebe.

Und plötzlich heulen Glocken dumpf empor,
Zum Himmel heben sie ihr furchtbar Tönen,
Wie irrer, heimatloser Geister Chor,
Ein eigensinnig, unaufhörlich Stöhnen.

Und lautlos zieht ein langer Leichenzug
Durch meine Seele seine schwarzen Bahnen,
Die Hoffnung weint. Das Grauen, das sie schlug,
Das Grauen pflanzt in meinem Hirn die Fahnen.

Charles Baudelaire

Spencer Bohren – Sand To Sand

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love