Gelegentlich überrascht mich mein Handy mit einer SMS wie dieser: “Ich liebe dich und ich liebe auch meinen Freund. So, jetzt habe ich’s gesagt.” SMS oder Mails in dieser Preisklasse kriege ich immer wieder. Das freut mich zwar einerseits, denn ich halte mich auch für einen sehr liebenswerten Menschen, andererseits macht es mich aber auch traurig, vor allem dann, wenn ich diese Liebe nicht erwidern kann. Ich möchte einfach nicht, daß jemand wegen und an mir leidet, jede/r hat auch ohne mich schon Probleme genug.
Seit ich vier Tote in der Familie zu beklagen habe, hat zudem ohnehin fast jeder Lebende ziemlich schlechte Karten bei mir. Ich lebe seit Monaten in einer anderen, “jenseitigen” Welt, die mit der diesseitigen Sport- und Spaßgesellschaft absolut nichts zu tun hat. Und ich lebe gern da und lasse nur Menschen rein in meine kleine große Welt, die mindestens ebenso viel Stil, Niveau und Kultur haben wie ich. Ich will immer noch in den Himmel wachsen (und das bleibt hoffentlich bis zu meinem Tode so), und nicht in den jämmerlichen Niederungen und erbärmlichen Abgründen des Alltags verkümmern und verrecken. Dazu ist mir mein einzigartiges Leben denn doch zu kostbar.
Immer aufmerksam, immer denken, immer lernen – darauf beruht der Anteil, den wir am Leben nehmen – das erhält die Strömung des unseren und bewahrt es vor Fäulnis. Wer nicht mehr strebt, wer nicht mehr lernt, der lasse sich begraben.
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