Der Blog-Tsunami

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Ich schätze, daß mindestens 90 Prozent aller Blogs völlig sinn- und belanglos sind. Sie apportieren Tag für Tag, nicht selten sogar Stunde um Stunde, nur brav die Befindlichkeit des Bloggers – doch wen interessiert die schon? – , sind jedoch ohne jeden Nutzen für den Leser, es sei denn er ist ein zwanghafter Voyeur. Blogs – eine Art Überdruckventil für von ihrem ebenso banalen wie sinnlosen Alltag gestreßte und überforderte Menschen.

Aufstehen, Straßenbahn, vier Stunden Büro oder Fabrik, Essen, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das „Warum“ da, und mit diesem Überdruß, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an. Schließlich führt dieses Erwachen mit der Zeit folgerichtig zu der Lösung: Selbstmord oder Wiederherstellung.

Albert Camus

Sie suchen den Sinn des Lebens, sie suchen die Liebe, sie suchen sich selbst – vergebens. Aber wer sucht, der findet. Und sie finden – das Blog. Hocken fortan stundenlang vor den Monitoren und hacken ohne jede Fachkenntnis, Grammatik und Ästhetik lieblos und gelangweilt völlig schwachsinnige bis idiotische Alltagsbeobachtungen, semi-politische Analysen, Buch-, Film- und CD-„Kritiken“ und dergleichen Schwachsinn mehr in ihre Computer. Warten dann begierig auf ebenso belanglose und schwachsinnige Kommentare ihrer Leser. Ihre Obsession hat einen Namen: Bloggen auf Teufel = Dummheit komm raus.

Die „Blogosphäre“ – wie das Universum der Blogger gerne genannt wird – dehnt sich mit digitaler Lichtgeschwindigkeit aus. Es rast da ein digitaler Tsunami auf uns zu, der jeden in den Blog-Abgrund reißt, der diesem Blog-Schwachsinn keinen (eigenen) Stark-Sinn entgegenzusetzen hat.

Ein kleines Licht in unserm Zimmer kann uns gegen das Blenden des ganzen himmelbreiten Blitzes schirmen; so braucht es in uns eine einzige fortleuchtende Idee und Tendenz, damit uns der schnelle Flammen- und Licht-Wechsel von außen nicht betäube.

Jean Paul

P.S.: Machen Sie’s besser! Wie’s geht steht hier:

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Autor: Rudi

Ich heisse Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker und das ist mein Credo : love2live – live2love