Papst Benedikt besuchte Bayern. Und kritisierte den Islam wegen der Gewalt und dem Terror, die von ihm ausgehen. Als ob das Christentum mit seinen Kreuzzügen und Inquisitionen nicht auch eine breite Blutspur der Gewalt in der Geschichte hinterlassen und eine schwarze Schneise des Todes in die Menschheit geschlagen hat. Im April 2005 bloggte ich anläßlich des Papstwechsels:
Der Papst ist tot – Es lebe der Papst!
Von mir aus kann er vor die Hunde gehen. Wie all die unzähligen Menschen, die diese Schlächter im Namen Gottes zum Tode verurteilen, indem sie ihnen Pille und Kondome verwehren.
Die Religion ist eine Geißel der Menschheit, die schon viel zu lange eine viel zu breite Blutspur durch die Geschichte der Menschheit zieht. Das Mittelalter lebt. Haben sie früher “Hexen” verfolgt, gefoltert und verbrannt, verfolgen sie heute Aufklärer wie Kant, Lichtenberg, Nietzsche und Hans Küng und verbrennen Pille und Kondome auf dem Scheiterhaufen ihrer grenzenlosen Grausamkeit, Dummheit und Ignoranz.
Die katholische Kirche (wie alle anderen auch) ist an Weltfremdheit nicht zu überbieten. Pfaffen, die noch nie eine Frau raffiniert verführt und lustvoll gevögelt haben (außer vielleicht ihre fetten Haushälterinnen und schlanken Ministranten) äußern sich schamlos zum Leben und zur Liebe. Und eine Herde hirnloser Schafe trottet Sonntag für Sonntag in die Kirchenställe und hört ihnen auch noch andächtig zu.
“Gott ist tot!” hat Nietzsche längst verkündet. Aber wenige haben’s gehört. Ich hab’s schon mit 14 oder so gehört, aber mit 18 durfte ich damals erst aus der Kirche austreten. Ich konnte diesen Festtag kaum erwarten.
Ich bin Atheist bis auf die Knochen. Ich hasse Religionen in jeder Spielart. Ich glaube an nichts außer an die nackte Existenz – und was wir daraus machen:
Das Wesentliche ist nicht, was man aus dem Menschen gemacht hat, sondern was er aus dem macht, das man aus ihm gemacht hat. — Jean-Paul Sartre
Sicher, Sartre ist einer meiner großen Vordenker, ohne ihn wäre mein Leben nicht das, was es ist. Aber er ist nicht mein Papst, dem ich blind und bedingungslos folge, denn ich bin kein hilfloses Schaf, das einen allmächtigen Hirten braucht.
Ich bin ein Panther, der frei und und ungebunden durch die Wildnis (des Lebens) streift, der Beute (= Frauen – ich liebe Frauen!) reißt, der Artgenossen (= Freunden) die Wunden leckt, die ihnen das Leben und die Liebe geschlagen hat.
Es gibt zwei Arten des Existentialismus: Für die schwächeren Naturen den religiösen eines Albert Camus, für die “Übermenschen” (Nietzsche) den atheistischen des Jean-Paul Sartre. Sartres Existentialismus ohne Netz und doppelten Boden liegt mir mehr. Da stehst du mit dem Rücken zur Wand, aber nicht einmal auf diese Wand ist Verlaß. Oder mit dem Gesicht zum Spiegel, aber auch dem Spiegel ist nicht zu trauen. Es gibt dich, nur dich, nackt, sonst nichts.
Was am meisten gefürchtet wird: die rebellische Einsicht, bürgerlich im Stall der Tierfütterung zu leben, totalitär im gewordenen Käfig unter Dompteuren und Dressuren. — Ernst Bloch
Ich brauche keine Hirten und keine Krücken, um durchs Leben zu kommen. Ich kann auf eigenen Füßen stehen, ich weiß selbst wo’s lang geht. Wenngleich ich diesen Weg auch nicht immer ohne zu schlingern und zu stolpern gehen kann. Es ist eben ein Höhenweg, die Luft ist dünn und links und rechts lauert der Abgrund…
Die Religion ist das Gift, die Aufklärung das Gegengift
- Immanuel Kant – Was ist Aufklärung?
- Jean-Paul Sartre – Ist der Existentialismus ein Humanismus?
Ich dank es dem lieben Gott tausendmal,
daß er mich zum Atheisten hat werden lassen.
Lichtenberg
Aufklärung @ Eisbrecher-Bibliothek
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