Bloggen – wie, warum und wozu?

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Bloggen – wie, warum und wozu?

Damit Sie so nicht bloggen, will ich Ihnen hier ein paar gute Tipps geben. Und da ich das Rad respektive das Blog nicht erfunden habe, bestehen die guten Tipps vor allem aus guten Links zu guten Leuten mit guten Gehirnen, die das Thema bereits vor mir gut durchdacht haben. Denken Sie einfach mit – und dann handeln Sie danach!

1. Wie, warum und wozu will ich bloggen?

Darüber können Sie sich gar nicht genug Gedanken machen. Merksatz: Erst das Hirn – dann die Hände! Wer’s umgekehrt macht, fliegt auf die Schnauze. Wenn Sie nur für sich ein Tagebuch schreiben wollen, nehmen Sie dazu besser Advanced Diary, das ist dafür bestens geeignet und Sie entblößen und kompromittieren sich nicht öffentlich. Wenn Sie sich allerdings an die Öffentlichkeit wenden, wie ich das mit meinen Blogs tue, dann sollten Sie erstens etwas zu sagen haben und das zweitens in gutem Deutsch tun. Und Deutsch läßt sich lernen, Wolf Schneider bringt’s Ihnen für ein paar Euro gerne bei. Auch die Duden Korrektor Starterbox kostet Sie lediglich 10 Euro und gehört einfach auf jeden PC. Siehe auch mein Artikel Gutes Deutsch läßt sich lernen.

2. Wo will ich bloggen: Eigener oder fremder Server?

Wenn Sie einen eigenen Server wie z.B. bei DreamHost (Top-Leute, Top-Service, da bin ich online daheim) mieten, sind Ihrer Kreativität weder vom Content noch vom Design her Grenzen gesetzt, außer denen, die Sie selbst eben in Hirn und Händen haben. Ich selbst entdecke auch ständig Neues und nicht alles, was mir gefällt, kann ich sofort in die Tat umsetzen. Die Hände hinken dem Hirn meist lahmarschig hinterher.

Wenn Sie bei einem der vielen Blog-Dienste wie Blogger.com, Blogg.de, twoday.net, LiveJournal oder TypePad bloggen wollen, steckt Ihr Design von vornherein in der Zwangsjacke des Fremdservers, außer ein paar Farben und Formen können Sie an den Vorgaben meist nichts ändern. Zudem kann Ihr Content – wie mir passiert – jederzeit der Zensur Ihres Hosters zum Opfer fallen, es sei denn Sie labern und lallen dümmlich-dämlich vor sich hin.

Auch können Sie ein solches “Blog-Haus” quasi nur leasen und kein Eigentum daran erwerben. Damit ist alle Arbeit, die Sie da reinstecken, verloren, sobald Ihnen gekündigt wird oder wenn Sie Ihr Blog-Home kündigen. Wenn Sie dagegen wie ich ein eigenes Cyber-Grundstück erwerben und Sie ein schönes Gebäude darauf errichten, steigt dessen Wert permanent und Sie haben später vielleicht mal einen guten Zuschuß zu Ihrer Altersrente, wenn Sie Ihr wunderbares Blog-Haus verkaufen.

3. Wie finde ich einen guten Domainnamen?

Nehmen wir an, Sie wollen wie ich selber die Regie in Ihrem Blog führen, dann brauchen Sie zunächst einen guten Domainnamen wie Eisbrecher.Net(zwerk), Bluesdiary oder pix2day – Unser täglich Bild gib uns heute. Gute und originelle Domainnamen zu finden ist keine einfache Sache. Sie brauchen dazu ein gerüttelt Maß an Intelligenz, Kreativität und Phantasie. Diese zu stimulieren gibt’s online ein paar Hilfsmittel wie DomainsBot oder NameBoy.

Sollten all Ihre Lieblingsnamen und das auch noch in jeder erdenklichen Kombination bereits vergeben sein, dann konsultieren Sie einen Thesaurus wie OpenThesaurus.de oder Thesaurus.com oder auch ein gutes Wörterbuch wie den Duden oder Wiktionary und prüfen Sie, ob es art- und sinnverwandte Worte gibt, die Ihnen zusagen und gefallen. Und wenn der Thesaurus Ihr Brainstorming so richtig auf Touren und Ihr Hirn zum Kochen und auf neue brauchbare Ideen bringt, um so besser!

Wenn Sie einen guten Domainnamen gefunden haben, registrieren Sie ihn sofort! Schon ein paar Minuten später kann ein anderes Genie genau dieselbe geniale Idee haben wie Sie und der Name ist für immer futsch und das Cyber-Grundstück in Top-Lage ist auf unabsehbare Zeit für Sie verloren. Ich habe solch rare Net-Grundstücke in Top-Lage registriert und biete Sie Ihnen hier zum Kauf an: Domains for Sale. Ich habe schon viele gute digitale Grundstücke und kann einfach nicht auf jedem selber bauen, schließlich habe auch ich nur einen Kopf und zwei Hände.

Vielleicht wollen Sie auch noch wissen, was Ihre Domains auf dem Cyber-Markt denn ungefähr wert sind. Das erfahren Sie zum Beispiel bei Sedo (kostenpflichtig) oder Afternic ($20 Jahresgebühr).

4. Worüber soll bzw. kann ich bloggen?

Soll? Kein Mensch verlangt von Ihnen, daß Sie bloggen. Bloß weil Bloggen gerade in ist, müssen Sie sich diesem Hype noch lange nicht anschließen. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom. Ich blogge, also bin ich? Mitnichten. Auch Blog-Muffel haben ihre Existenzberechtigung. Merksatz: Lieber nicht bloggen als nichts bloggen ! Der Lärm, die Umwelt- und Innenweltverschmutzung sind auch ohne Ihren Beitrag schon groß genug.

Sie fragen sich also besser: Worüber kann ich (kompetent und glaubwürdig) bloggen? Gibt es da irgend etwas, was ich wirklich gut kann, worin ich verdammt gut bin, etwas worüber ich mehr weiß als andere, etwas wo ich mit Freude und Leidenschaft dabei bin, etwas was mir unheimlich Spaß macht? Dann lassen Sie andere an Ihrem Wissen und Ihrer Freude teilhaben.

Und wenn Sie damit nicht gleich an die Öffentlichkeit wollen, dann machen Sie eben erst ein paar Trockenübungen, bevor Sie andere bei Ihren Schwimmübungen zusehen lassen. Melden Sie sich bei einem der vielen kostenlosen Blogdienste an und erzählen Sie niemandem davon. Machen Sie Ihre ersten Gehversuche und wenn Sie aus dem Straucheln, Stürzen und Schwanken raus sind sich sicherer auf den Blog-Beinen fühlen, löschen Sie den Blog-Laufstall und schlagen Sie irgendwo ein neues Blog auf, zu dem Sie jetzt Ihre Freunde und Bekannten einladen.

5. Express yourself: Drück dich aus – laß es raus!

Wer ein Was hat, hat noch lange kein Wie. Aber es gibt Beispiele. Gute Beispiele. Von denen Sie lernen können, wie man’s (gut) macht. Aber auch von den schlechten Beispielen können Sie lernen: wie man’s besser nicht macht. Also lesen Sie Blogs auf Teufel komm raus! Bevor Sie nicht mindestens 20 Stunden in fremden Blogs rumgeschnüffelt haben, sollten Sie keine einzige Zeile schreiben. Diese Enthaltsamkeit zahlt sich aus, Sie kommt der Qualität Ihres Blogs zugute, denn wie schon gesagt: Erst das Hirn, dann die Hände!

Express yourself hat nur zwei Komponenten, (1) express und (2) yourself, aber das sind zwei wahre Schwergewichte an Bedeutung! Drück dich aus heißt nicht zögerlich rumstottern, rumschlingern und rumzocken, sondern Farbe bekennen. Formulieren Sie klare, scharfe Sätzen, in denen man wie in einem blankpolierten Spiegel auch wirklich etwas sieht. Ihre Milchglasfenster lassen Sie dort, wo sie hingehören, z.B. im Bad oder so, damit man Sie nicht beim Duschen sieht. Hier im Blog aber lassen Sie sich sehen. Und wenn Sie das nicht wollen, dann lassen Sie das Blog-Fenster einfach zu, wenn’s Ihnen mal nicht so gut geht und das niemand sehen soll. Ansonsten ist ein Blog eine ziemlich exhibitionistische Veranstaltung. Die bedeckten und gedeckelten Blogs machen Ihre Stadtverwaltung und der Vatikan. Die machen das schon ganz gut ohne Sie und brauchen Ihre Schützenhilfe nicht.

Womit wir beim zweiten Schwergewicht wären: Express yourself – drücken Sie nicht aus, was Ihre Oma, Ihr Apotheker und Ihr Metzger denken, drücken Sie aus, was Sie denken, hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen, an was Sie sich erinnern oder wovon Sie träumen. Sie haben ein Recht auf sich selbst wie jeder andere auch – jedenfalls solange Sie anderen Erdlingen mit Ihren Eigenheiten nicht in die Quere kommen. Für die viel zu vielen ängstlich-gehemmten Menschen gibt es in meinen Blogs den Mut- und Muntermacher Mut tut gut! Sollte Ihre Courage mal ins Stocken kommen, fahren Sie einfach an meiner Sinntankstelle vor und tanken Sie Mut und Kraft nach. Gibt’s 24/7 kostenlos von mir und meinen philosophischen Freunden. Der Sprit für Ihren Ferrari-Clone und Harley Davidson-Verschnitt ist erheblich teurer.

Mancher tut ein Äußerstes und zeigt sich einmal mutig,
damit er das Recht erlange,
zeit seines übrigen Lebens sich zu verstecken.
Jean-Jacques Rousseau

Merksatz: Mut tut gut! Wagen Sie sich vor, lehnen Sie sich beim Bloggen weit aus dem Fenster. Da sehen Sie mehr und die anderen sehen auch mehr von Ihnen. Den Kopf wird’s schon nicht kosten. Dafür lernen Sie, selbstsicher und selbstbewußt zu denken, zu sprechen und zu handeln. Angst vor Irrtümern braucht Sie beim Bloggen nicht zu plagen. Sehen Sie sich unsere Politiker an, die irren sich permanent, das sind sozusagen Berufsirre(r). Aber so weit brauchen Sie es auch nicht gleich zu treiben. Zumal andere aufmerksame Blogger Sie schon korrigieren werden, das Netz ist ein lebendiger Dialog und kein steriler Monolog.

Also: Express yourself! Kein Verstecken hinter Masken, Fastnacht ist nur einmal im Jahr, zeigen Sie statt dessen Gesicht und Profil!

6. Freundliche und feindliche Kommentare

Die meisten Kommentare werden wohl auch bei Ihnen mehr oder weniger freundlich sein. Aber manche Leute haben nichts Besseres zu tun, als Sie anzumachen und anzufeinden. Selbst absolut unproduktiv, ist Ihnen jeder Kreative ein Dorn im Auge. Mit diesen Trotteln müssen Sie (nicht nur) beim Bloggen rechnen.

Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles,
was über ihren Horizont geht.
La Rochefoucauld

Wenn Sie die Beleidigungen dieser Volltrottel nicht hören wollen, müssen Sie die Kommentarfunktion abschalten oder den Kommentarfilter einschalten. Bei abgeschalteter Kommentarfunktion werden gar keine Kommentare zugelassen, Ihr Blog ist dann so etwas wie ein endloser Monolog. Bei eingeschaltetem Kommentarfilter werden Ihnen die Kommentare erst zur Prüfung vorgelegt und Sie haben dann die Qual der Wahl: entweder freigeben oder zensieren. Erst nach Ihrer Freigabe wird der Kommentar in Ihrem Blog veröffentlicht.

Mir macht kritisches Feedback nichts aus, meine PsychoPower kommt damit ganz gut zurecht. Also lasse ich die Kommentarfunktion offen, so daß jeder Kommentar sofort in meinen Blogs veröffentlicht wird. Und wenn mir halt jemand in mein Blog-Haus kotzt, wird er eben sofort rausgeworfen. Schließlich bin ich der Hausherr und kann mir somit meine Gäste aussuchen. Und wer sich nicht als Gast zu benehmen weiß, sondern motzt, kotzt und rüpelt, dem sei ins Stammbuch geschrieben:

Ich bin mit der Zeit ein gutes Postpferd geworden,
lege meine Station zurück und bekümmre mich nicht um die Kläffer,
die auf der Landstraße bellen.
Friedrich der Große

7. Online Editor oder Offline Blog Writer?

Ich habe noch keinen Online Editor gesehen, der meinen Ansprüchen genügt hätte. Sie sind mir einfach zu spartanisch und meist auch ziemlich umständlich zu bedienen, sobald man damit etwas mehr machen will als nur Texte zu schreiben. Das Einbinden von Bilder, Musik oder Videos zum Beispiel ist meist eine Tortur, etwas für Masochisten, damit die auch etwas Spaß am Bloggen haben.

Also schreibe ich meine Blog-Beiträge mit starken Blog Writern offline. Mein absoluter Favorit ist derzeit der Zoundry Blog Writer, der inzwischen vom Nachfolger Zoundry Raven abgelöst wurde. Er ist die Referenz, an der ich andere Offline Blog Writer messe, wenn ich sie auf Herz und Nieren teste. Wegen der enormen Bedeutung dieser Software-Kategorie werde ich Ihnen die brauchbaren Offline Blog Writer hier in blog-O-rama in einem gesonderten Beitrag vorstellen. Ich arbeite dran… See you!

8. Webworker Rudi arbeitet gerne für Sie mit Hirn, Herz & Hand

Ich hoffe, daß ich Ihnen hier einiges beibringen konnte, und daß Sie nun am Ende dieses Artikels ein wenig schlauer sind als vorhin, da Sie ihn zu lesen anfingen. Dann haben Sie Ihre wertvolle Lebenszeit gegen mein wertvolles WebWissen getauscht. Ein guter Deal, würde ich sagen, sicher haben Sie Ihre Zeit schon sinnloser verbracht.

Nun gut, wenn Sie das alles hier zwar im Hirn, aber nicht in den Händen haben, können Sie meine Hände haben. Die können Sie zwar nicht kaufen, aber mieten. Mein Hirn gibt’s gratis dazu. Mit Hirn, Herz & Hand richte ich Ihnen ein Weblog ein, das sich sehen lassen kann und gesehen wird. Fragen Sie mich!

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Die ultimative Leseliste – Pflichtlektüre für jeden ernsthaften Blogger

Blogging @ WebKompass

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Über Rudi

Ich heiße Rudi Lehnert, bin von Beruf(ung) LifeWorker (Psychologe) und mit Leidenschaft WebWorker.
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